05. April 2016 - 00:04 Uhr · Klaus Buttinger · Fischer-Kolumne

Fischer verpfeifen Gänsesäger bald mittels eigener App

Petri Heil!

Feindbild Gänsesäger Bild: OON

Gut ein Viertelkilo Fisch schnabuliert ein erwachsener Gänsesäger pro Tag.

Fischotter, Fischreiher, Kormoran – die Liste der tierischen Fischräuber ist lang. Nun fokussiert der Landesfischereiverband zusätzlich auf einen kleineren Fischfresser, der aber großen Schaden anrichtet, den Gänsesäger. Der Entenvogel ist hinter Jungfischen bis zehn Zentimetern Länge her, frisst somit den natürlichen Fischnachwuchs und desavouiert vielfach die Besatzmaßnahmen durch die Fischereireviere.

Gut ein Viertelkilo Fisch schnabuliert ein erwachsener Gänsesäger pro Tag. Das summiert sich im Jahr auf rund 90 Kilogramm. 600 Gänsesäger sollen sich auf Oberösterreichs Gewässern tummeln, macht 54 Tonnen Fisch. Zieht man ins Kalkül, dass Fischzüchter für einen Bachforellenbrütling von rund sieben Zentimetern Länge etwa 25 Cent netto verlangen, ließe sich der Verlust für die Fischerei auf mehrere Hundertausend Euro pro Jahr beziffern. Den begleicht niemand – das wurmt.

So mancher Fischwasser-Bewirtschafter sieht sich als Futterautomat für Wildtiere, was nachvollziehbar an den Nerven sägt. Um die Situation zu ändern, sei es notwendig, die Zahl der "Schädlinge" gegenüber Tierschützern außer Streit zu stellen, befand der Landesfischereiverband. Also gab er ein modernes Zählwerkzeug in Auftrag. Auf der Homepage www.lfvooe.at erfährt man von der Möglichkeit, sich über Google Play oder App Store eine App herunterladen mit der Bezeichnung "LFVOÖintern". Über dieses Tool kann man Sichtungen von Gänsesägern ganz einfach melden. Vorerst werden hauptsächlich Fischereischutzorgane davon Gebrauch machen, es kann sich aber bald jeder Fischer freischalten lassen, um seine Sichtungen mitzuteilen.

"Ich glaube, dass mehr als die kolportierten 600 Gänsesäger in Oberösterreich leben", sagt Landesfischermeister Siegfried Pilgerstorfer. Sein Fernziel sei es, "dass dort, wo große Schäden durch Gänsesäger entstehen, auch eingegriffen werden kann". Zu diesem Behufe sollen die Fischer die Standorte des Räubers verpfeifen. Der pfeift übrigens so: "Au- ig-a". Vielleicht aus Vorahnung.

k.buttinger@nachrichten.at

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/fischer-kolumne/Fischer-verpfeifen-Gaensesaeger-bald-mittels-eigener-App;art173810,2195259
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