04. August 2015 - 04:12 Uhr · Klaus Buttinger · Fischer-Kolumne

Erfolgreiche Schleppjagd auf den König der Raubfische

Petri Heil!

Florian mit dem einen 77er-Hecht, der auf Michaels Montage biss. Bild: but

"Grau ist der Hecht, die Frau hat recht." Mit diesem Zweizeiler entließ mich die bessere Hälfte zum Hechtfischen an den Attersee.

Dort trafen der schwedenerprobte Hechtfischer Florian und ich auf Michael Bierbaumer, seines Zeichens Hecht- und Reinanken-Guide mit Einsatzgebiet Attersee und Klauser Stausee. Auf seinem Drei-Mann-E-Boot fuhren wir an einem prächtigen Sommertag in der Früh hinaus, um uns Schleppfischerei auf höchstem Niveau anzusehen.

Jetzt wird’s ein bisschen technisch: Sechs Ruten mit Längen zwischen zwei und 2,70 Metern und Wurfgewichten zwischen 80 und 150 Gramm brachten wir aus. Von den kräftigen 4000er-Rollen lief eine geflochtene 0,20er-Hauptschnur, 15 Meter Fluorcarbon (0,40 mm) und ein 0,9 mm dickes Monofil-Vorfach, das den spitzen Hechtzähnen standhält und weniger Schreckwirkung hat als Stahlvorfächer. Als Köder dienten tote Fische (Laube, Barsch, Rotauge bis 25 cm) auf Wikam-System mit vorgeschaltetem Laufblei sowie Gummifische und Swim-Baits mit bis zu 30 cm.

"Das Ausbringen braucht Sorgfalt", sagte Michael und setzte gekonnt Sideplaner in die Schnur. Das sind Brettchen, die den Köder bis zu 30 Meter seitlich vom Boot führen. Noch waren keine vier Stangen ausgebracht, da bog sich eine mit Vehemenz. Nach gekonntem Drill von Florian lag ein schöner Esox im Kescher, der auf eine Gummibachforelle an der Line-through-Montage gebissen hatte. 77 cm. Nicht schlecht, der Hecht.

Keine halbe Stunde später der zweite Biss. Ein 65-cm-Bursche hatte die tote Laube genommen. Wir setzten ihn zurück, probierten verschiedene Schlepptiefen und -geschwindigkeiten aus, aber es blieb bei zwei Erfolgen, was bei der Jagd auf Atterseehechte im Freiwasser einer Auszeichnung gleichkommt. Unser Glück hatte wohl auch mit dem Wind zu tun. Er kam aus Ost, und es heißt ja: Ost und West, guat für’ Hecht Nord und Süd, Hecht ist müd’.

Und, um an den Textanfang zu erinnern: Unser Hecht war grün.

Nähere Infos zum Guiding: www.michael-bierbaumer.at, Preis: ab 140 Euro/Tag.

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/fischer-kolumne/Erfolgreiche-Schleppjagd-auf-den-Koenig-der-Raubfische;art173810,1932376
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