01. Dezember 2015 - 00:04 Uhr · Klaus Buttinger · Fischer-Kolumne

Drei Mander geh’n auf Zander am Stausee von der Ranna

Prächtiges Herbstwetter- und panorama genossen wir kurz vor dem Wintereinbruch am Ranna-Stausee im schönen Mühlviertel.

Zum Saisonschluss an dem vier Kilometer langen, rund 30 Hektar großen Fischwasser sollte es auf Zander gehen. Der Stausee des Pumpkraftwerks beherbergt den barschartigen Räuber mittlerweile als Leitfisch nach dem großen, revisionsbedingten Ausfischen 2004. Damals wurden 30 Arten hier gezählt. Der hohe Wert für diese Art Gewässer kam zustande, weil die Pumpen (12.000 Liter pro Sekunde) viele Donaufischarten über mehr als 400 Meter in den Stauraum hochhoben.

Mit 15-Euro-Tageskarten ausgestattet, zogen wir Gummifische per Faulenzermethode durchs Wasser, rammten so manchen Haken in Unterwasserhindernisse, aber anbeißen wollte nichts – bis auf einen Jungzander, der mit 30 cm zu klein war, um erlaubterweise in der Pfanne zu schmurgeln. Fischerurgestein Werner Schaller konstatierte: "Der Zander ist ein launenhafter Fisch, um ihn zu fangen, muss alles passen, selbst Luftdruck und Wassertemperatur." Einen Tipp lässt er aus: "Richtig große Zander fängt man eher mit Köderfisch an der Grundangel."

Um eine nachhaltige, artenreiche und ertragreiche Fischpopulation zu etablieren, versucht die Energie AG als Fischereibewirtschafter so manches. Zum Beispiel Besatz mit Renken. Das klappte nicht. Hingegen zeigen Öko-Maßnahmen Erfolg. Als Laichhilfen versenkte Bäume werden von den Fischen gut angenommen. "Die Natur richtet es sich ohnehin über kurz oder lang", sagt Klemens Kirchmair, Leiter der Fischereiwirtschaft bei der Energie AG, weise.

Der Ranna-Stausee vereint zwei Welten – Bergsee- und Donaufauna. Das macht ihn attraktiv, 300 Jahreskarten (ab 160 Euro) zeugen davon. Dafür darf man auf so viele Arten angeln wie sonst kaum wo: von Aalrutte über Forelle und Weißfische bis Zander. Unter den Jahreskartenbesitzern seien "viele Sponsoren", sagt Kirchmair, die sich eher an der Landschaft ergötzen als an einem vollen Kescher. Ja, das war gut nachvollziehbar.

k.buttinger@nachrichten.at

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/fischer-kolumne/Drei-Mander-geh-n-auf-Zander-am-Stausee-von-der-Ranna;art173810,2045455
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