26. Juli 2016 - 00:04 Uhr · · Fischer-Kolumne

„Dorschleber“ von der Aalrutte: Ein Genuss kehrt zurück

Petri Heil!

Aalrutte, gebraten Bild:

Die Aalrutte, einzige Vertreterin der Dorschartigen in den heimischen Gewässern, hatte lange einen schlechten Ruf unter Fischern.

Ein Laichräuber wäre sie, hieß es. Dabei ist Lota lota ein Raubfisch wie andere auch – halt kein Salmonide. Wobei er Forelle und Co. geschmacklich aussteche, heißt es unter Kennern. Es war also die Probe aufs Exempel zu machen.

Markus Höller vom gleichnamigen Wirt in Altmünster und sein Koch Markus Nagl hatten sich bereit erklärt, zwei im Traunsee gefangene Aalrutten nach aller Kochkunst zuzubereiten. "Es war gar nicht einfach, jemanden zu finden, der das noch kann", sagte Werner Forstinger, Revierobmann Untere Traun und Organisator des Abends.

Beim Höllerwirt wurde die Aufgabe mit Bravour gemeistert. Zuerst gab es marinierte Aalrutte, dann die Aalruttenleber poeliert (in Butter ziehen gelassen) und gebacken, schließlich den im Ganzen gebratenen Fisch.

Wer Dorschleber mag, wird von der Aalruttenentsprechung entzückt sein. "Fisch- und Lebergeschmack sind hier hervorragend vereint", lobte Christopher Böck vom Landesjagdverband. Und erst das Fleisch des Schellfisches: "Fantastisch", so Fischermeister Siegfried Pilgerstorfer, "kein Fett, fest und saftig."

Mit diesen Qualitäten wäre die Aalrutte ein Fisch mit Marktpotenzial, ein Lifestyle-Fisch. Das hat die Supermarktkette Hofer schon erkannt und investiert knapp 90.000 Euro in die Entwicklung einer Aalruttenzucht. Das gestaltet sich insofern schwierig, als die junge Aalrutte in ihrer ersten Lebensphase kleines Lebendplankton als Nahrung benötigt und sich die spätere Umgewöhnung auf Trockenfutter als schwierig erweist. Aber die Bundesanstalt für Wasserwirtschaft mit ihrer Fischzuchtanstalt am Mondsee arbeitet daran und recht erfolgreich, wie man hört.

Die Chancen stehen also gut, dass der Genuss einer Aalrutte in absehbarer Zeit ein verbreiteter werden könnte, zumal im Zuge des Zuchtprogramms einsömmrige Quappen oder Rutten, wie man sie auch nennt, in Salzach, Enns und Traun besetzt wurden.

k.buttinger@nachrichten.at

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/fischer-kolumne/Dorschleber-von-der-Aalrutte-Ein-Genuss-kehrt-zurueck;art173810,2299345
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