27. Mai 2015 - 14:15 Uhr · Klaus Buttinger · Fischer-Kolumne

Donaulachs in Enns und Steyr – der Fisch der tausend Würfe

Petri Heil!

Bild: VOLKER WEIHBOLD

Ein Anblick, der das Fischerherz höher schlagen lässt: In der Enns, mitten in Steyr, unter der Rederbrücke schlägt ein Huchenrogner mit mächtiger Schwanzflosse eine Laichgrube in den feinen Schotter.

„Einen Meter wird er schon haben“, taxiert Markus Leimer, Obmann des Reviers Enns-Steyr den schönen Fisch. Das Huchenweibchen zeigt ein prächtiges Rot, es ist ihr Laichkleid. „Jetzt, wenn die Kriacherl blühen, beginnt die Laichzeit“, sagt Leimer und freut sich ob des Anblicks. Denn viele aus der Art der Hucho hucho gibt es nicht mehr, vielleicht 30 fangfähige (länger als 1 Meter) zwischen Donau und Steyr in der Enns.

„Ja, früher“, erinnert sich der Ernsthofner Fischerwirt Franz Harthaller sen., „da sind Hunderttausende Nasen an der Kraftwerksstaumauer ang’standen und dazwischen etla Huchen.“

Der einzige Süßwasserlachs Europas kämpft ums Überleben in Oberösterreich. Ohne die ehrenamtlich tätigen Fischer gäb’s ihn und seine Hauptnahrung, die Nasen, nicht mehr. Kaum noch Fließstrecken mit kiesigem Substrat, wo gelaicht werden kann, keine Durchgängigkeit des Flusses aufgrund der Kraftwerke. Das soll und wird sich ändern.

Mit überwiegend EU-Geld werden derzeit Fischaufstiegshilfen rund um die Kraftwerke in der Enns gebaut. 2018 sollen sie fertig sein. „Jetzt müsste man noch Laichplätze anlegen und aufhören, den feinen Schotter aus der Steyr zu baggern“, fordert Leimer. Dann könnte es wieder aufwärts gehen mit dem Donaulachs; sehr zur Freude des Dutzends eingeweihter Huchenfischer des Reviers. Sie halten die Raubplätze der Kapitalen geheimer als die CIA ihre Akten.

Man nennt den Huchen „Fisch der tausend Würfe“. Es braucht viel Frusttoleranz, warmes Gewand und Wetterwissen. In der kurzen Saison von 1. 11. bis 16. 2. gibt’s vielleicht vier „Huchentage“, an denen das Wetter umschlägt. Dann beißt er auf Huchenzopf oder Gummifisch – vielleicht. Aber darum geht es nicht, „sondern um den Genpool des Huchens für die Zukunft zu sichern – mit klugem Besatz, wissenschaftlicher Begleitung und viel Arbeit“, sagt Laimer.

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/fischer-kolumne/Donaulachs-in-Enns-und-Steyr-der-Fisch-der-tausend-Wuerfe;art173810,1824146
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