28. April 2015 - 00:04 Uhr · Klaus Buttinger · Fischer-Kolumne

Der Perlenschatz aus drei Seen

Petri Heil!

Perlfische: Laichausschlag der Milchner Bild:

Reiskorngroß sind die Perlen, die während der Laichzeit dem Männchen auf den Schuppen wachsen. Daher sein Name: Perlfisch (Rutilus meidingerii).

Er entstammt der großen Familie der Karpfenfische. Drei Seen in Oberösterreich sind sein letztes Rückzugsgebiet: Wolfgang-, Mond- und Attersee. Dabei war dieser ganzjährig geschützte Weißfisch, der bis zu 80 cm groß werden kann, früher in den großen Flüssen wie Donau, Traun und Inn sowie in vielen Seen verbreitet, darunter im Chiem- und Traunsee. Im Chiemsee will man ihn wieder ansiedeln, was nicht einfach ist.

Ich sitze mit dem Biologen und Perlfischexperten Michael Schauer zusammen. Er ist Gebietsbetreuer für das Europaschutzgebiet Mond- und Attersee im Auftrag der Abteilung Naturschutz des Landes OÖ. Um den Schutz der Seelaube und des Perlfischs geht es dort. Wie so oft in der Fischfauna mangelt es auch dem Perlfisch an geeignetem Lebensraum. "Zur Laichzeit unternimmt er kurze Wanderungen in die Zu- und Abflüsse seiner Heimatgewässer", sagt Schauer. "Hier laicht er über Kiesgrund oder Pflanzenbewuchs ab." Seine Eier kleben auf Steinen und Pflanzen. Problem: Querbauwerke versperren dem Perlfisch den Weg zu den Laichgründen.

Die Larven des Perlfischs lassen sich später in den See spülen. Gerne würden die Jungfische im sicheren Uferflachwasser aufwachsen. Doch Beton- und Holzschlachtungen sowie Blockwürfe verhindern das. Mittlerweile werden Querbauwerke wie in der Mondseer Ache umgangen und harte Ufer wie am Strandbad Litzlberg rückgebaut. Tun das Private, gibt’s sogar Landesförderung dafür. Denn alle haben etwas davon. "Ein Kiesufer ist für Badende der angenehmere Weg in den See", sagt Schauer und recht hat er.

Unter seiner Führung kann man den Laichzug der Perlfische am 30. 4. (bei Schlechtwetter 8. 5.) um 14 Uhr beobachten. Treffpunkt: öffentlicher Parkplatz in Unterach/Atterssee an der Seeache. Teilnahme kostenlos, aber bitte anmelden unter 07242 / 21 15 92, gebietsbetreuung@blattfisch.at.

k.buttinger@nachrichten.at

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/fischer-kolumne/Der-Perlenschatz-aus-drei-Seen;art173810,1770377
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