30. Mai 2016 - 00:04 Uhr · Klaus Buttinger · Fischer-Kolumne

Äsche in Weinsauce oder Rotfeder mit Paradeiserragout?

(Symbolbild) Bild: colourbox.de

Österreichs Fischerwelt ist gespalten. Es verläuft ein Graben zwischen den einen, die Fische fangen, um sie zu essen, und den anderen, die Angeln als reinen Sport sehen und Catch & Release betreiben.

Der Graben ist zum Glück nicht unüberbrückbar, man kann und sollte Wasser hineingeben und es mit zahlreichen Fischarten besetzen.

Schmäh ohne: So mancher Fischer, dem seine Beute auch durch den Magen gehen soll, weiß heute kulinarisch kaum mehr als eine Forelle à la Müllerin zuzubereiten. Groß sind die Küchenvorbehalte gegenüber Arten, die als grätenlastig gelten oder sogenannten „fetten Fischen“. Da gibt es noch viel Aufklärungsarbeit in der Küche zu leisten.

Damit kommen Elisabeth Dienstl und Eva Lindinger ins Spiel. Die beiden Aschacherinnen bekamen mit, dass sich im dortigen Schopper- und Fischereimuseum Anfragen der Besucher häuften, wie denn die heimischen Fische zuzubereiten seien. Also schrieben sie ein Kochbuch. "Fisch bitte zu Tisch – Donaufisch-Köstlichkeiten" lautet der Titel, der die anregende Sammlung schmückt. Es finden sich darin neben den grundlegenden Informationen zu Fischverarbeitung und Getränkebegleitung hervorragende Rezepte, z. B. Welsfilet auf Zwiebelschaum, Schleie in Veltliner oder Zandergröstl mit Rahmfisolen.

Dank gebührt den Damen dafür, die in der Küche stiefmütterlich behandelten Weißfische (etwa Rotauge, Nase, Brachse, Barbe, Aitel usw.) vor den Vorhang geholt zu haben. Sauer eingelegt, eingeschnitten oder faschiert kann man den zahlreichen kleinen Gräten der wohlschmeckenden Karpfenverwandten leicht beikommen. Die Lektüre des Rezepts "Brachse mit Champignonfüllung" ließ mir jedenfalls das Wasser im Mund zusammenlaufen. Gleich richtete ich die Feederstange her. Zumal die Schonzeit vieler Cypriniden heute endet. Petri Heil und Mahlzeit!

Das Buch, das in Zusammenarbeit mit dem Landesfischereiverband entstanden ist, bekommt man über Bestellung per E-Mail: dienstl@ef1.at. Es kostet 20 Euro plus 4,50 Euro Versand. Infos zum Museum: museum.aschach.at

k.buttinger@nachrichten.at

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/fischer-kolumne/AEsche-in-Weinsauce-oder-Rotfeder-mit-Paradeiserragout;art173810,2248202
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