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Trump: Unfaire deutsche Fußball-Nationalmannschaft!

Deutschland macht sich daran, seinen vor vier Jahren erkämpften WM-Titel zu verteidigen. Würde es nach Donald Trump gehen, müsste man Deutschland seiner besten Spieler berauben, da sonst der sportliche Wettkampf völlig unfair wäre.

Deutschland ist in dieser Denkweise also daran schuld, dass die anderen Teams nicht Weltmeister geworden sind. Der G7-Gipfel vom vergangenen Wochenende hat im Kern sehr viel mit dieser Sport-Analogie zu tun.

Stein des Anstoßes ist der Handelsbilanzüberschuss einiger Länder wie Deutschland. Dem Exportweltmeister wird vorgeworfen, viel mehr Waren ans Ausland zu verkaufen, als es Waren vom Ausland kauft. Der Überschuss, den Deutschland dabei erzielt, wird unter anderem in ausländische Staatsanleihen angelegt, womit auch noch die gefährliche Staatsverschuldung dieser Länder gefördert wird. Mit anderen Worten, den exportstarken Ländern wird der Vorwurf gemacht, dass sie schuld an den wirtschaftlichen Ungleichgewichten auf der Welt sind.

Dieser Vorwurf wird von Trump am lautstärksten vorgetragen, von einigen EU-Ländern aber genauso geteilt. Es ist nur wenige Tage her, da wurde in Italien der gleiche Vorwurf laut, und der französische Präsident Emmanuel Macron schlägt regelmäßig in die gleiche Kerbe.

All dies ist auch für Österreich von höchster Relevanz, da Österreich genauso als Exportmeister von dieser Kritik betroffen ist.

Was hierbei völlig durcheinandergebracht wird, ist Ursache und Wirkung. Die hohen Exporte sind ein Beleg für die hart erarbeitete Wettbewerbsfähigkeit der Produkte und Dienstleistungen: nichts, wofür man sich schämen müsste.

Zugegebenermaßen profitiert Deutschland wie Österreich vom schwachen Euro, was aber wiederum mehr mit den Schwächen anderer Mitgliedsländer zu tun hat als mit bewussten unfairen Machenschaften. Die Kritik an den Exporteuren ist ein billiges Manöver, um von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken.

All diese Überlegungen würden ja in der Aussage gipfeln, dass Deutschland und Österreich am exorbitanten Schuldenberg der USA bzw. Italiens oder Griechenlands schuld seien. Eine komplette Verdrehung der Realität. Die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken ist der schwierigere, aber einzig nachhaltige Weg, um den Überschuss Deutschlands oder Österreichs zu reduzieren.

Der erfolgreiche deutsche Fußballtrainer Otto Rehhagel pflegte zu sagen: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Er führte übrigens Griechenlands Fußballnationalmannschaft 2004 als völliger Außenseiter zum Europameister-Titel. Ein Sieg der sportlichen Leistung. Analog dazu müsste man Trump antworten: Die Wahrheit liegt im Wettbewerb, Mister President!

Teodoro D. Cocca ist Professor für Asset Management an der Universität Linz

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Artikel Teodoro Cocca 13. Juni 2018 - 00:04 Uhr
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