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Früher war alles besser - zurück zur guten alten Zeit?

In vielen wirtschaftspolitischen Diskussionen wird mir häufig entgegnet: Früher war alles besser! War es wirklich so?

In vielen wirtschaftspolitischen Diskussionen wird mir häufig entgegnet: Früher war alles besser! Zum Beispiel, wer eine Lehre abgeschlossen hatte, blieb im Vollzeit-Job in "seiner" Firma ein Leben lang. Es gab keine Digitalisierung der Arbeit, die zur Massenarbeitslosigkeit führen wird, es gab sehr wenige Burn-outs, die Arbeitsbelastung war erträglicher, und so weiter ...

Ebenso gab es keine Globalisierung und keinen Klimawandel, die beide Zukunftsängste auslösen und verunsichern. Es war eben für die meisten ihr Umfeld verständlich, übersichtlich, oder anders gesagt, aus ihrer Sicht besser geregelt. War es wirklich so?

Gewiss, Probleme wie der Klimawandel und die Globalisierung kannten wir früher nicht, und für viele schienen die Veränderungen früher überschaubarer und leichter zu verstehen. Also zurück zur guten alten Zeit?

Viele fordern das, ich nicht. Denn dann sollte jeder Folgendes bedenken. Sorgfältige wissenschaftliche Recherchen von dem an der Universität Oxford lehrenden Max Roser (ourworldindata.org) und vom schwedischen Historiker Johan Norberg kommen zu einer diametral entgegengesetzten Schlussfolgerung, die da lautet: Noch nie in der Geschichte der Menschheit war unsere Welt eine bessere.

Dazu einige wenige Fakten: Vor 200 Jahren konnten global 88 von 100 Menschen nicht lesen, heute sind es nur noch 15. Im 19. Jahrhundert lebten 94 Prozent der Menschen in bitterster Armut, das heißt, sie mussten mit weniger als 1,50 Dollar am Tag auskommen. Waren es 1980 noch 44 Prozent, sind es heute weniger als zehn Prozent, und das bei einer Versiebenfachung der Zahl der Menschen in zwei Jahrhunderten. Heutzutage schaffen pro Tag rund 90.000 Menschen den Sprung aus der Armut. Das Ziel der UNO, die Anzahl der in Armut lebenden Menschen unter fünf Prozent der Weltbevölkerung zu senken, kann bald erreicht werden. Leben wir damit in einem Paradies ohne Nöte?

Natürlich nicht, es gibt viele Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Aber wäre es nicht zielführender, auf diesen Erfolgen aufzubauen, als alles schlechtzureden? Ich als unverbesserlicher Optimist sage, wir haben viel erreicht, und ich wage die provokante These, noch nie in der Geschichte konnte der allergrößte Teil der Menschheit einen bescheidenen, und mindestens ein Drittel einen hohen Wohlstand genießen. Versuchen wir doch einmal mit dieser Erkenntnis und dem Wissen daraus, die heutigen Probleme in positiver Denkweise zu lösen.

Zum Beispiel erleichtert der Wohlstand vieler Menschen, das Umweltbewusstsein zu stärken und globale Umweltmaßnahmen zur Bekämpfung des Treibhauseffektes zu verwirklichen. Nur mit Jammern und Wehklagen kommen wir sicher nicht weiter.

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Artikel Friedrich Schneider 16. Mai 2018 - 00:04 Uhr
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