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Völlig verkalkt

…oder auch nicht, könnte man meinen, wenn man sich für eines der kleineren Österreichischen Weinbaugebiete, dem Traisental interessiert.

Die Lage „Berg“ von Markus Huber – das Beste kommt immer von oben. Bild:

Tragisama hieß der reißende Fluss, welcher seit der letzten Eiszeit jede Menge von Konglomeratgestein und eiszeitlichem Schotter mit sehr hohem Kalkanteil an seinen Ufern angespült hat und tatsächlich: es gibt im ganzen Land kein Weinbaugebiet mit einem höheren Kalkanteil in den Böden als im Traisental. Diese Tatsache fordert die Rebstöcke dazu heraus, ihre Wurzeln tief in den Boden zu schicken um dieses Geschmacksprofil in die Frucht zu transportieren. Diese Kombination mit einem abwechslungsreichen Klima (sehr oft heiße Tage und abkühlende frische Nächte) verleihen den Weinen ein sehr eigenständiges Profil.

Neben vielen anderen Spitzenproduzenten dieses etwa 770 Ha großen Weinbaugebietes bringt es der Reichersdorfer Paradewinzer Markus Huber auf den Punkt: „Die absolute Konzentration auf die Stärken der Region und die einzigartigen Böden geben den Weinen Jahr für Jahr ihre unverwechselbar klare und saftige Stilistik. Der Winzer des Jahres (2015) hat sein Handwerk in der Klosterneuburger Weinbauschule erlernt und einige Zeit in Südafrika praktiziert. Seine Weine von den Top Lagen Berg und alte Setzen bringen Eleganz, feine Mineralität, Präzision und Vielschichtigkeit auf dem Gaumen.

Markus Huber

Markus Huber: einer der Leitwölfe der „next top generation“

 

Der schon mehrmals als Sieger der OÖN Wein Show hervorgegangene Winzer Ludwig Neumayer wiederum meint: „Mein Handwerk ist ein Spiel mit der Natur, sie gibt den Rahmen vor und ich gebe mit meiner Handschrift den Weinen ihre Klarheit, Kraft und Langlebigkeit.“ Naturnaher Weinbau und die Spitzenlagen Zwirch und Rafasetzen liefern Rieslinge und Gr. Veltliner mit gleichbleibender Konstanz auf hohen Niveau.

Das speziell auch im Traisental die Jugend kräftig aufzeigt, dafür sind unter anderem Tom Dockner aus Theyern und der Reichersdorfer Thomas Ott mit verantwortlich. Für Tom Dockner gibt es im Weingarten eine Prämisse: Handarbeit! Und im Keller verfolgt er ganz penibel die Philosophie einer möglichst schonenden Verarbeitung um alles das, was die Natur liefert in die Flasche und auf den Gaumen zu bringen. Stark unterwegs um DAC Klassik und Reservebereich, ergänzt er sein Portfolio mit Rosé Sekt, Blauem Zweigelt und Pinot Noir.

Tom Dockner – der Vielseitige auf hohem Niveau.

 

Für den „Ott von Traisental“ wiederum hat Weinbau viel mit Harmonie und Ausgleich zu tun. So entstehen Weine, welche die Leidenschaft des Winzers widerspiegeln.  Klarerweise sprechen für das Gebiet seine Veltliner und Rieslinge, zudem gesellt sich ein Gemischter Satz und man lese, staune und probiere, auch für Merlot hat der junge Winzer seine Leidenschaft entdeckt! Diese klassische Bordeaux Sorte wächst auf schottrigen Böden und darf, wie es sich für einen Franzosen gehört, im kleinen Eichenfass heranreifen. Weine zu kreieren die ihm selber schmecken und den Menschen Freude bereiten, dafür ist er Winzer  - so lautet sein Credo. Und diesem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

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Artikel Hans Stoll 23. Januar 2017 - 13:21 Uhr
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