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Nobles aus Pannonien

Pannobile ist bekanntlich nicht nur ein Wein, sondern deren zwei. Jährlich produzieren neun Individualisten je eine weiße und rote Cuvée aus heimischen Trauben, welche vom Nordostufer des Neusiedlersees aus genau definierten Lagen stammen.

Pannobile

Tannenberg, eine Toplage am Leithaberg. Bild:

Prinzipiell macht jeder der Neun was er will. Es gibt nur einen Parameter, der festlegt, ob es sich um einen Pannobile handelt: die Verkostung aller eingereichten Weine, welche „blind“ degustiert und bewertet werden. Da herrscht allerdings Einstimmigkeitsprinzip. Jeder der „Pannobilisten“, der seine Kandidaten ins Rennen schickt, hat bei den weißen Sorten die Auswahl aus der Burgunderfamilie wie Chardonnay, Weißer oder Grauer Burgunder und Neubuger.  Bei den blauen Trauben handelt es sich um autochthones Rebsortenmaterial aus den Sorten Blaufränkisch, St. Laurent und Zweigelt. Sortenrein oder als Cuvée spielt dabei keine Rolle, Hauptsache der Wein stammt mit seinem Geschmacksprofil erkennbar aus der Pannobile Familie. Bei welcher die Arbeit in den Weingärten vom großen Ziel der Biodiversität geprägt ist und allerlei kellertechnische Tricks wie Mostkonzentrierung oder Chipsbehandlung ist ausgeschlossen.

Entstanden ist diese Kooperation Mitte der Achtziger. Damals verfolgten namhafte Winzer wie Hans Nittnaus, Matthias Beck, Hans Gsellmann, Paul Achs, Gernot Heinrich und Helmut Renner das Ziel, sich mit international etablierten Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot einen Namen zu machen. Schnell war man von der hohen Qualität, welche das Terroir rund um Gols liefert, überzeugt. Nobel schmeckte der Wein und aus einem Wortspiel heraus, welches von dem großen Vordenker des Gebietes, Hans „John“ Nittnaus kreiert wurde, entstand der Name Pannobile.

Im Zuge einer Qualitätsoffensive wurden „Weinkometen“ wie Gerhard „Pitti“ Pittnauer und Claus Preisinger an Bord geholt. Die Gruppe konnte sich mit ihrem Sortenspiegel emanzipieren und schließlich auf internationale Rebsorten verzichten. Seit 2006 stehen nur mehr heimische Sorten zur Verfügung. Mit der Gründung des Vereins Pannobile sozial haben die "Neun" zudem bewiesen, dass es beim Weinbau nicht nur um Verkaufszahlen, dem Erzielen von Höchstpreisen oder Siegestrophäen geht. Fazit: Bei Pannobile ist nicht nur der Wein nobel!

 

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Artikel Hans Stoll 28. Dezember 2016 - 09:15 Uhr
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