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Nicht schon wieder Bio!

Nein, um Bio geht es dieses Mal nicht, sondern um Biodynamische Arbeitsweise in den Weingärten.

Der Wagramer Biodynamik-Winzer Karl Fritsch Bild: Weingut Fritsch

Einer der Schrittmacher dieser zukunftsweisenden Arbeit ist der Wagramer Winzer Karl Fritsch. Er hatte schon vor Jahren den Mut und entschied sich dafür, alle wichtigen Elemente der biodynamischen Arbeitsweise in seine Weingärten einfließen zu lassen. Weinqualität entsteht hauptsächlich im Garten, im Keller sind ja bekanntlich viele Trickser zu Hause. Karl Fritsch ging daher bei seiner Umstellungsphase daran, zuerst wieder biologisches Leben in die Weingärten und seine Böden zu bringen, denn so sein O`Ton: „ein toter Boden kann keinen lebendigen Wein liefern.“ 

Für Biodynamiker sind dazu drei Schritte erforderlich: zum Ersten benötigt es die Kompostwirtschaft  mit der Ausbringungen des biologischen Mistes, als nächstes ist die Arbeit nach den Mondphasen gefragt und letztens braucht es die Spritzung der Pflanzen (und Früchte) mit schonenden Mitteln wie Brennesseltee. Dieser Tee fördert das Wachstum im Frühling und der auch gerne eingesetzte Kamillentee bietet Schutz vor zu großer Hitze im Sommer.

Besonderer Wert wird bei Karl Fritsch auch auf die Phasen des Rebstockes im Jahresreigen gelegt: Ruhephase im Winter mit Rebschnitt, Wachstumsphase nach der Blüte mit Stockpflege und Grünlese, sowie die Reifephase vor der Ernte. Dabei geht es hauptsächlich darum, gesundes und reifes Traubenmaterial mit sorgfältiger Handlese zu bekommen. Die jeweils zum Einsatz kommenden Präparate schützen somit die Stöcke in den einzelnen Phasen. Im Keller gibt es dafür weniger Arbeit, die Gärung wird von den natürlichen Spontanhefen erledigt und irgendwelche Zusätze sind ein Tabuthema.

Freilich, auch Biodynamiker wie Karl Fritsch werden einmal bei/nach der Entstehung der Weine diese mit SO² als Schutz vor Mikroorganismen, Bakterien und Trübstoffen behandeln. Der Schwerpunkt liegt allerdings bei der Bezeichnung  „Behandeln“ und nicht „Versetzen“. Schlussendlich werden auf Grund der sensiblen und natürlichen Arbeit im Weingarten die Konsumenten mit besten Weinen verwöhnt, bei denen die Erkennbarkeit der einzelnen Lagen gegeben ist. 

Das Gegenteil der „Fritschen“ Arbeitsweise wird in manchen großen, berühmten Weinbaugebieten gemacht. Wie meinte doch ein französischer Wissenschafter? „In einer Handvoll Sahara Sand gibt es mehr biologisches Leben als in einem Kubikmeter Erde in Bordeaux!“ Und das wollen Typen wie Karl Fritsch und seine Respekt-Gruppe Winzer auf gar keinen Fall!

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Artikel Hans Stoll 24. Oktober 2016 - 06:55 Uhr
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