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Frührot , Grün oder doch Rot?

Die Veltlinerfamilie schafft es immer wieder für Verwirrung zu sorgen und manch erklärbares versteckt sich hinter den unterschiedlichen Namensgebungen. Eine kleine Analyse dreier unterschiedlicher Weincharaktere.

Stefan & Karin Bauer – Sieger bei der OÖ Nachrichten Wein Show „Attersee trifft Wein“ 2016   Bild: (Alexander Schwarzl)

Die Elternteile des „Frühroten“ sind Sylvaner und Roter Veltliner und wie der Name schon erahnen lässt ist, kann diese Sorte relativ früh geerntet werden. Als Konsequenz daraus ergibt sich ein frischer, würziger Wein mit niedrigem Alkoholgehalt. Der auch früh trinkreife Wein präsentiert sich zudem mit moderaten Säurewerten . Einer der Spezialisten beim „Frühroten“ ist der Königsbrunner Winzer Stefan Bauer. Generell hält er nichts von schreienden Weinen und kurzlebigen Trends. Die angestammte Rebsorte liefert naturgegebene Vorzüge, welche von ihm nachhaltig wahrgenommen werden. Sein Frühroter Veltliner oder international auch  als Malvasier bekannt, hat am Wagram neben dem Roten Veltliner eine lange Tradition. Seine Kurzbeschreibung zum 2016er: „fruchtig, saftig mit gutem Biss, ein idealer Sommerwein für die Grillparty und vor allem jetzt, zur kommenden Spargelzeit ein idealer Begleiter!“

Etwas anders  verhält es sich mit dem Grünen Veltliner. Unsere Österreichische Paraderebsorte zu Beschreiben hat etwas mit „Eulen nach Athen tragen“ zu tun. Für die Klassikwein- Liga reift unser aller Liebling relativ normal aus und ist Mitte bis Ende September optimal zu Ernten. Kernobstnoten, manchmal etwas Exotik und das berühmte Pfefferl zeichnen den sehr anpassungsfähigen Wein aus. Optimal kombinierbar zu allen Speisen mit hellen Saucen oder auch gegrilltem. Wie fast überall, ist der „Grüne“ auch für Stefan Bauer die Hauptrebsorte in seinem Portfolio. 

Stefan Bauers „Nachbar“ Josef Fritz aus Zaussenberg wiederum, führt seinen Familienbetrieb mit einem Mix aus altbewährtem und dem Neuen aufgeschlossen und er setzt diese Philosophie auf hohem Niveau konsequent um.  Seinen Roten Veltliner beschreibt er eher als sehr launige Sorte was den Standort ausmacht, andererseits aber auch sehr strapazierfähig in Bezug auf Trockenheit und Hitze. Die Herkunft dieser seit über 300 Jahren in Österreich gepflegten Sorte ist unbekannt, Vermutungen gehen in Richtung Adda Tal in der Region rund um den Como See. Roter Veltliner reift generell später aus als Grüner Veltliner und so ergibt sich durch die intensivere Sonnenbestrahlung eine rötliche Färbung, daher auch die Namensgebung „Roter Veltliner“ . Die Lagenweine von Josef Fritz, speziell jene vom Steinberg zeigen sich sehr saftig, feingliedrig  und mit eleganter Mineralik am Gaumen.  Spontan vergoren und monatelang auf der Hefe liegend, gesellen sich cremige und weiche Extrakteindrücke, mit schöner Länge am Gaumen dazu. Alles Bestens also, wenn da nicht ein Wermutstropfen im Spiel wäre: es gibt leider (noch) zu wenig Anbauflächen für diesen hochkarätigen Wein. 

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Artikel Hans Stoll 10. April 2017 - 06:29 Uhr
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