Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Montag, 18. Dezember 2017, 15:33 Uhr

Linz: 1°C Ort wählen »
 
Montag, 18. Dezember 2017, 15:33 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Meinung  > Blogs  > Wein-Blog

Die Langenloiser Sprudelkönige

Das Schattendasein des Österreichischen Sektes ist beendet, dank der beherzten Philosophie einiger Qualitätsproduzenten.

Die Steiningers vor dem modernen Langenloiser „Wahrzeichen“ – dem Loisium Bild: Weingut Steininger

Langenlois hat sich in den letzten Jahren zur Sekthochburg im Donauraum entwickelt. Dafür sind einige Pioniere der Qualitätsschaumweinerzeugung verantwortlich. 

Das Credo des bekannten Langenloiser Winzers Karl Steininger lautet: „Sekt ist der bessere Wein, denn ohne einen Qualitativ hochwertigen Grundwein kann auch keine gute Sektqualität erzeugt werden!“ Der Startschuss für seine Art Sekt zu produzieren viel anlässlich eines Urlaubs in der Champagne. 1989 begannen in der Folge die Steiningers sortenreine Rieslinge und Veltliner Sekte auf den Markt zu bringen, basierend auf dem Wissen, dass wir Österreicher das Geschmacksbild dieser Leitsorten gewohnt sind. Heute ist man zudem mit den beliebten Aromasorten wie Muskateller, Sauvignon blanc oder Traminer sehr erfolgreich, streng nach der Devise: man braucht einen klar, strahlend und mit ausgeprägtem Sortencharakter ausgestatten Grundwein, denn die Perlage verstärkt die Geruchs- und Geschmackskomponenten. Bei seinen Schaumweinen aus den Top-Lagen Heiligenstein und Steinhaus stehen allerdings nicht die Rebsorten im Vordergrund, sondern das Geschmacksbild der Rieden. Und diese Übung ist mehr als gelungen!

Willi Bründlmayer, der ewig junge Doyen der Weinszene hatte ursprünglich ein völlig anderes Motiv. Seine Frau Edwige stammt aus Paris und ihre Passion für besten Champagner hatte sie nie vergessen. Damit versetzte sie Ihren Gatten gewissermaßen unter Zugzwang. Kurzum, es wurden die ersten Grundweine produziert und in Epernay (Zentrum der Champagne) bei der dort ansässigen Beratungsstelle einer Probe unterzogen.

Weingut Bründlmayer

„Na bravo!“ hieß es da, „wenn jetzt schon die Österreicher solche Grundweine machen, dann sollten wir uns vorsehen.“ Somit war der Startschuss für den „Bründlmayer Brut“ erfolgt. Und auf Anhieb schaffte es der „Erstversuch“ auf das oberste Treppchen, als bester Österreichischer Schaumwein. Mittlerweile sind dem erfolgreichen Bründlmayer Brut weitere Spitzenschaumweine gefolgt, der Brut Rosé und auch der Extra Brut erfreuen sich großer Beliebtheit. „Jede Flasche ist ein Einzelstück, ist nicht nur durch maschinelle Präzision, sondern auch mit viel menschlicher Intuition hergestellt: hier ein Weinstock kürzer geschnitten, da eine Traube weniger am Stock gelassen, hier um eine Schwingung mehr gerüttelt oder da um einen Takt schneller die Hefe vom Sekt getrennt - diese Faktoren und noch viele mehr ergeben, dass letztlich jeder Jahrgang, und auch jede Flasche eines Brut oder Brut Rosé für sich feine Unterschiede aufweisen, also gewissermaßen einmalig sind“, meint Willi Bründlmayer. Und dann gibt es noch den Sager von Willi zu Karl: „Karl, Du durftest Sekt machen, ich musste das tun!“ OK, wir wissen jetzt warum…

Doch „die Zwei“ stehen nicht alleine für Spitzenschaumweine aus dem Kamptal, Schloss Gobelsburg, Alwin & Steff Jurtschitsch und Co. produzieren auf gleicher Höhe. Doch darüber – eine anderes Mal.

Kommentare anzeigen »
Artikel Hans Stoll 15. April 2017 - 18:26 Uhr
Mehr Wein-Blog

Leithaberg DAC: Erstes glyphosatfreies Weinbaugebiet

Glyphosat, jenes (unter schwerstem Verdacht stehende) krebserregende Unkrautvernichtungsmittel, welches ...

Total vernetzt – die Netzl's aus Göttlesbrunn

Begibt man sich von Wien Richtung Ungarischer Grenze, so wird die sanfte Landschaft des Arbesthaler ...

Die Pfneisl`s – oder: „Where the Hell is Kleinmutschen?”

Born to make wine – so lautet das Motto der Deutschkreutzer Weinbaufamilie Pfneisl und in Kombination von ...

Karl Steininger: Sekt ist der bessere Wein

Veltliner, Riesling, Sauvignon und Co., die gesamte Palette von Qualitätsrebsorten befindet sich im ...

Florian Eschlböck auf der Erfolgsspur

Florian Eschlböck – vom Sommelier zum Oberösterreichischen Weinmacher.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!