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Wieder ein Duell mit überraschend wenig Silberstein

Heinz-Christian Strache (FP) und Christian Kern (SP) trafen am Montag im Puls 4 Studio zur Konfrontation aufeinander.

Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache (FPÖ), Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ)  Bild: Hans Punz (APA)

Man kann es so formulieren, wie Ursula Stenzl (FP), muss aber nicht. Sie sprach davon, dass Strache Kern im Puls 4-Duell "schlachten hätte können" und dass er es nicht getan habe, sei Strache hoch anzurechnen. Und: "Christian Kern ist ein 'Dead Man Walking'". 

Dass sie genau das tat, wofür sie Strache lobt es nicht zu tun, war ähnlich stringent wie die bisherige Analysen von Stenzel: Immer, bei ausnahmslos jeder Diskussion war Strache fehlerlos, perfekt und staatsmännisch. 

Puls 4 wusste schon, wen sie sich da in die Expertenrunde setzen und mittlerweile wurde die völlig unreflektierte Lobhudelei schon so etwas wie ein Runnig Gag, ebenso wie ihre verbalen Schlagabtausche mit Rudi Fußi, der als SPÖ-Experte in der Runde sitzt. Wie überhaupt alle, die auf Puls 4 die Konfrontationen nachbesprechen eine ausgewiesene Parteizugehörigkeit haben. Was in dieser Offenheit kommuniziert auch die Analysequalität nicht schmälert. Man könnte es natürlich etwas weniger vehement wie Frau Stenzl machen. 

Aber nun zum Duell selbst. Ja, man hatte mehr Konfrontation erwartete. Ja, man hatte erwartete, dass Strache die Silberstein-Facebook-Affäre mehr auswalzt und für Angriffe gegen Kern nutzt. Aber da waren die anderen Parteien schon bei der Elefantenrunde am Sonntag überraschend zurückhaltend. 

Stattdessen gab es eine über weite Strecken sachliche Diskussion, die schließlich sogar die Kommentatoren spekulieren ließ, ob denn nun Rot-Blau wahrscheinlicher geworden sei. Davon ist zwar nicht auszugehen, aber Straches Taktik ist klar. Er präsentiert sich staatsmännisch, sauber und seriös. Damit sollen die vielen Unentschlossenen überzeugt werden. 

Die Taktik der SPÖ ist es hingegen, den eigenen Funktionären zu zeigen, dass Kern die Zügel in der Hand hält und so die Stammwähler bei der Stange gehalten werden sollen. Der Schaden soll so möglichst klein gehalten werden.

Spannend wird, welche Strategie Sebastian Kurz verfolgt. Er trifft am Sonntag sowohl auf Strache, als auch auf Kern. Sicher ist nur soviel: "Geschlachtet" wird auch dann niemand, hart angefasst wohl schon. 

 

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Artikel Barbara Eidenberger 03. Oktober 2017 - 11:50 Uhr
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