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Was dirty campaigning so dirty macht

Einen fairen Wahlkampf, ohne Anpatzen und auf einen Austausch auf Sachebene beschränkt - den versprechen alle Parteien.

Die Realität sieht natürlich anders aus. Alle tun es, vor allem in einem Wahlkampf wie diesem, wo es um viel geht. Und der, so ehrlich sollten auch alle sein, schon lange vorbereitet wird. Ob es nun um Fake-Facebook-Seiten, Spendenvorwürfe, Urlaubsbekanntschaften oder Videos über den Kontrahenten geht. 

Wortreich fordert man dann das Gegenüber auf, doch den „Schmutzkübel“-Wahlkampf sein zu lassen. Um oft im gleichen Atemzug noch eine auch nicht ganz so saubere Spitze nachzuschicken.

Das Spiel ist bekannt – und bei jedem Wahlkampf dasselbe. Übrigens schon seit Jahren und Jahrzehnten.

Dirty Campaining ist auch deshalb so beliebt, weil es funktioniert. Die Botschaft – ob wahr oder nicht – verbreitet sich, bleibt hängen. Das Dementi oder die gerichtliche Aufforderung eine Unwahrheit nicht zu wiederholen, findet  wenn überhaupt viel weniger Gehör.

Perfekt zusammengefasst hat die Wirkung von Dirty Campaigning übrigens Heinrich Böll, im Jahr 1985. In seinem Roman „Frauen vor Flußlandschaften“ sagt die Romanfigur Karl v. Kreyl über Vermutungen und Gerüchte in der Politik:

„Nur unterschätzt du die Sickerwirkung. Es bleiben Nebel, es bleiben Unklarheiten, es bleibt Ungeklärtes, nichts wird wirklich gelichtet. Es bleibt Gift übrig, und das sickert nach unten, sickert sozusagen in die Seelen des Volkes.“

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Artikel Barbara Eidenberger 20. September 2017 - 11:51 Uhr
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