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Und wieder zwei Idealisten weniger

Karl Schardax und Robert Strasser tun sich die behördlichen Mehrauflagen nicht mehr an und schließen ihre Betriebe. Deren Lebensmittel gibt es nur noch für Mitglieder.

Sie sind der Inbegriff für Qualität und Leidenschaft. Der Rohmilchkäser Robert Strasser aus Frankenburg und der Veredelungsprofi wie Tierzüchter Karl Schardax.

Beide waren in den vergangenen Jahren nicht vom Parkett der Spezialitäten wegzudenken und beseelten viele Märkte mit ihren außergewöhnlichen Produkten. Damit ist in Zukunft Schluss. Diverse Auflagen, Grenzwerte, Kontrollen und Strafen zwingen die zwei Pioniere zum Aufhören als Lebensmittelunternehmer.

Harte Zeiten

Es wird immer diffiziler und härter. Gerade für kleine Produzenten, wie auch Waltraud Froihofer, Produzentin des steirischen Grubenkrauts auf Facebook zugibt: „Es ist leider extrem schwierig für Kleinbetriebe. Nischenprodukte wie Rohmilchprodukte, alte Rassen, alte Getreide, Gemüseraritäten (also "leistungsextensive" Dinge) sind absolut schützenswert. Aber: davon so leben zu können, dass man genug Reserven für dringende Gebäudeerhaltung, Reparaturen etc. erwirtschaften kann, ist schon eine Kunst für sich. Da red’ ich noch längst nicht von Geld für Urlaub, Hobbys oder gewöhnlichen Dinge wie eine neue Kücheneinrichtung. Dann kommen noch behördliche, kostenintensive Produktionsauflagen, die sich an den Maßstäben der Lebensmittelindustrie orientieren. Der Enthusiasmus, das Engagement und die Liebe der Produzenten zu diese Dingen ist da, nur muss am Ende des Tages auch das Leben ihres Familienbetriebes gesichert werden können.“

Auch die Mutter von Karl Schardax, seit 40 Jahren Produzentin von Käse, Butter und Topfen, verabschiedet sich in die Pension. Übrigens der letzte Betrieb im Bezirk Gmunden, der mit 3 ha und drei Milchkühen – Milchprodukte hergestellt hat.

Die Zukunft der Lebensmittel

Können wir nur hoffen, dass es mit herausragenden Produzenten, wie Schardax Karl und Strasser Robert, weiter geht. Zwar wurde der Betrieb „Naturbauernhof“ geschlossen, existiert aber als Verein weiter. Ein Hoffnungsschimmer für Konsumenten, die keine uniformen Produkte von großen Industriebetrieben haben wollen und sich lieber Rohmilchbutter, Graukäse, Pastrami, Schinken und weitere Spezialitäten von ehrlichen Handwerksbetrieben auf der Zunge zergehen lassen möchten.

Als Fördermitglied darf man die Angebote des Vereines nutzen, und Rohmilchspezialitäten beziehen. Damit hilft man dem Verein, die natürliche bäuerliche und handwerkliche Lebens-Mittel Herstellung zu verbreiten. Durch Beratung und Lehrtätigkeit wollen Robert und Karl  erreichen, dass viele Bauern wieder beginnen, ihren Wert zu erkennen und ihre Landwirtschaft frei gestalten. Ganz nach dem Motto: „Vom Gras ins Glas“.

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Artikel Philipp Braun 13. Juli 2016 - 12:59 Uhr
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