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Syrisches Essen verbindet

Ein Blick über den Tellerrand schadet nie, um Ressentiments abzubauen.

Was wäre wohl aus vielen österreichischen Speisen oder dem täglichen Morgenkaffee geworden, hätte es nicht damals schon die Handelsbeziehungen mit dem Orient gegeben? Selbst die heißgeliebte Linzer Torte wäre unvorstellbar blass und geschmacklos ohne Zimt und Gewürznelken. Viele Geschmäcker und Düfte die unsere Gerichte unverkennbar machen, verdanken wir schlussendlich den Ländern, aus denen viele Menschen nach Österreich flüchten.

So bitter es klingen mag: für deren Zustände sind auch wir in einem gewissen Maße verantwortlich. Manchmal stehen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, wenn es um die Eigenversorgung geht. Rücksichtslos werden Kosten ausgelagert und die Natur wie Menschen ausgebeutet, um in den „Genuss“ billiger Produkte zu kommen. Leider wird dies oftmals vergessen und der Finger zeigt zu gerne und zu schnell in die andere Richtung.

Nicht zuletzt dessen sind viel mehr Menschlichkeit, Mitgefühl und Empathie notwendig, damit Hass, Frust und Ängsten der Boden entzogen wird.

Beim Essen beginnt die Freundschaft.

Schon vor drei Jahren luden Slow Food OÖ, SOS-Menschenrechte, die Biobäckerei Gragger und der Wirt am Graben zum Grenzenlosen Genuss ein, um Asylwerbern aus Syrien und Palästina die Möglichkeit zu geben, ihre traditionellen Gerichte zu kochen und dabei einen Einblick in ihre Kultur gewähren. Gekocht wurden unter anderem Taboulé (Couscoussalat mit Gemüse und frischen Kräutern), Schorba (Suppe), Mashawi (traditionelle Grillgerichte am Spieß), Köfte (Faschiertes vom Lamm mit Reis, Gemüse und Joghurtsauce), Falafel (gebackene Bohnen-Kichererbsenbällchen), Baklava (Gebäck aus Blätterteig mit gehackten Nüssen und Honig) und Knafeh (Süßspeise mit Käse in Teigfäden gebacken). Fernab von den ausgezeichneten Köstlichkeiten zeigte der Abend, dass eine kulinarische Reise und ein Eintauchen in eine „andere“ Esskultur, ein partnerschaftliches Miteinander, eine gegenseitige Wertschätzung und das interkulturelle Verständnis vertiefen kann.

Rezept:

Hummus als Humus für Toleranz und Menschlichkeit:

Man weiche ca. 250 g Kichererbsen über Nacht ein und gießt am nächsten Tag das Wasser weg. Dann werden die Kichererbsen in ca. 1,5 Liter Wasser weichgekocht (Dauer ca. 40 Minuten). Wenn sie sich zerdrücken lassen sind sie fertig. Danach püriert man die Kichererbsen und fügt Sesampaste (Tahini), Zitronensaft, wenig Knoblauch, Kreuzkümmel und Salz hinzu, bis eine cremige Masse entsteht. Zum Schluss ein paar Tropfen hochwertiges Olivenöl und Petersillie dazugeben. Mit Weißbrot servieren.

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Artikel Philipp Braun 05. September 2015 - 07:30 Uhr
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