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Apple gegen PC: Der ewige Kampf

Mit den Worten "Was für die bevorstehenden Herbstabende" mailte mir ein Freund vor ein paar Tagen eine Produktempfehlung. Es handelte sich dabei um eine Aromakerze des Herstellers Twelve South, Duftnote "New Mac".

Die Beschreibung versprach, dass die Komposition aus Minze, Pfirsich, Basilikum, Lavendel, Mandarine und Salbei an den Geruch erinnere, der beim Öffnen einer neuen iPhone- oder MacBook-Verpackung aus dem Hause Apple verströmt. Erfahrene Mac-User hätten das getestet. Ich dachte zuerst an einen saisonal deplatzierten Aprilscherz. Aber nö. Die Kerze ist um 24 US-Dollar ganz ernsthaft zu erstehen. Also normalerweise. Derzeit ist sie vergriffen.

Das Lustige ist, dass ich sowohl Leute kenne, denen eine solche Investition zuzutrauen wäre, als auch solche, die über Erstere drei Wochen lang Witze reißen könnten. Es ist der alte Glaubenskrieg: Mac- gegen PC-User, Innovative gegen Traditionalisten, Makava- gegen Spezi-Trinker, Hipster-Hornbrillenträger gegen jene, die als Kind ein Brillenglas mit Pflastern abkleben mussten. So wollen uns das zumindest die Markenstrategen weismachen, die genau wissen, dass die Entscheidung für ein Produkt oft mehr mit Ich-Identität und Reputation zu tun hat, als wir uns eingestehen möchten.

Wobei man sagen muss, dass Apple unter Steve Jobs’ Patronanz tatsächlich lang die Wahl von Designern, Textern oder Bloggern war. Und das Kreativ-Image der Apfelfirma zeigte sogar wissenschaftlich Wirkung: Laut einer Studie des Werbepsychologen Gavan Fitzsimons aus 2008 schnitten Testpersonen, denen das Apple-Logo subliminal – also nur unbewusst wahrnehmbar – gezeigt wurde, bei Kreativitätstests deutlich besser ab als eine Vergleichsgruppe mit IBM-Logo. Trotzdem lachen die Informatiker und Bastler in meinem Umkreis längst über Apple-Fans. Beim Mac kommt man nicht mal selbst an den Akku ran, sagen sie. Keine Kopfhörerbuchse, aber für alles einen teuren Extra-Adapter, sagen sie. Und sie haben Recht. Mittlerweile fühlt man sich als Apple-User mitunter ein bisserl (Achtung, Wortwitz) verapplet. Und weil wir schon dabei sind – ganz unumstritten ist die Fitzsimons-Studie auch nicht. Manche warfen dem Forscher vor, aufgrund der sehr ungleichen Logos (Wortwitz 2) Äpfel mit Birnen verglichen zu haben. Während bei IBM nämlich nur der Schriftzug eingeblendet war, wurde das Apple-Logo samt buntem Apfel gezeigt. Der Kreativitäts-Boost könnte theoretisch also auch einfach vom Apfelbild kommen. Für den nächsten Geistesblitz empfiehlt sich daher am besten eine Obstschale im Sichtfeld. Zur Sicherheit kaufen Sie ein Kilo der Sorte McIntosh. Und das mit der Duftkerze können Sie sich ja noch überlegen.

Martina Mara ist Medienpsychologin und forscht am Ars Electronica Futurelab zur Mensch-Roboter-Beziehung

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Artikel Martina Mara 11. Oktober 2016 - 00:04 Uhr
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