26. September 2017 - 07:32 Uhr · Erich Lukas · Kulinar(r)isch

Sturmzeit ist auch Maronizeit

Jetzt wo die Maronizeit, sprich Edelkastanien genannten, schön langsam zur Hochsaison auflaufen, sind diese durch ihren Saccharose und Stärkereichtum eine geradezu ideale Grundlage für wohlschmeckende, leicht süßliche Cremen und Beilagen.

Das feine Innenleben der Maroni will allerdings erst erschlossen sein, und wer jemals ein paar Dutzend Edelkastanien küchenfertig gemacht hat, der weiß, dass das ähnlich ist wie Austernöffnen - eine ziemlich anstrengende und nicht ganz ungefährliche Arbeit. In Italien hat man dafür allerdings eigene Maronimesser entwickelt, die es mittlerweile auch bei uns zu kaufen gibt und die eine oben zwar spitze, aber relativ stumpfe und gekrümmte Klinge aufweisen, die einen schnellen, der runden Maroniform angepassten und vor allem ungefährlichen Schnitt ermöglicht.

Wie man die Maroni „zivilisiert“, darüber streiten sich die Küchengeister. Die einfachste Form ist immer noch jene, sie zunächst kreuzweise einzuschneiden und dann so lange auf einem mit Wasser besprengten Blech zu braten, bis die Schalen nach etwa einer Viertelstunde aufspringen und die Maroni sich leicht schälen und weiterverarbeiten lassen. Eine weitere Methode besteht darin, die Maroni vor dem Schälen in kochendem Wasser zu pochieren, wodurch sich sowohl Schale als auch Häutchen danach leichter abziehen lassen.

Mittlerweile gibt es jedoch auch praktische Küchenhelfer in Form von fertigen Kastanienmassen oder eben blanchierte Kastanien in Vacum verpackt, die zwar weniger spätherbstliche Romantik in die Küche bringen, aber dafür sorgen, dass das Backen einer Kastanientorte gleich wesentlich schneller von der Hand geht.

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/blogs/kulinarisch/Sturmzeit-ist-auch-Maronizeit;art86196,2687703
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