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Ist gutes Essen wirklich so langweilig?

Eigentlich bin ich der Letzte, der sich über fehlende Tischmanieren aufregt!

Steht mir auch nicht zu. Immer öfters jedoch reagiere ich immer heftiger auf Mitmenschen, die sich quer über den Tisch legen und ungeniert in sich hineinschaufeln, den Unterarm vor dem Teller, die Gabel in der Faust und das Handy gleich daneben. Aber was regt mich dabei so auf? Erstens sieht es wirklich nicht elegant aus, zweitens ist es für mich eine Missachtung des Essens und des Vorgangs, wie man es zu sich nimmt. Anscheinend ist es völlig wurscht, was man in sich hineinschaufelt, Hauptsache es schmeckt irgendwie nach irgendwas, während man sich mit seinem Handy beschäftigt. Auf Tischmanieren verzichten sie dabei - wie ihre Zuschauer wohl auch.

Ich erinnere mich noch gut auf die Ermahnungen in meiner Kindheit: Ellbogen vom Tisch! Sitz gerade! Iss langsam! Warte bis alle am Tisch sitzen! Ich fand die Ermahnungen natürlich wie viele Kinder lästig, wollte mich ebenso ungehindert auf das Essen stürzen, aber durch die ständige Wiederholung wurde ich gezwungen, das Essen als Ritual mit bestimmten, unumstößlichen Regeln zu begreifen. Es wird anscheinend immer schwieriger, diese Regeln aufrecht zu erhalten, wenn wir nicht mehr regelmäßig miteinander essen. Aber verlieren wir nicht etwas ganz Entscheidendes, wenn wir gutes Essen mit so wenig Respekt wahrnehmen?

Ich glaube, wir isolieren uns auf schreckliche Weise von dieser Welt, wenn wir uns nicht jedes Mal vor Augen halten, wie viele Menschen, Tiere und Pflanzen daran beteiligt waren, um dieses Essen von mir auf den Tisch zu bringen. Da kann ich wohl mal meinen Ellbogen vom Tisch nehmen, ein klein wenig Ehrfurcht in mir hervorholen - und mich vielleicht auch vor meinem Teller verbeugen. Nur ein bisschen. Alles andere wäre ja sonst schon wieder seltsam?

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Artikel Erich Lukas 13. März 2018 - 07:28 Uhr
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