Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 21. April 2018, 15:19 Uhr

Linz: 25°C Ort wählen »
 
Samstag, 21. April 2018, 15:19 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Meinung  > Blogs  > Kulinar(r)isch

Immer willkommen!

Nach dem vielen Feiern der letzten Tage kommt bei mir ein Gericht aus der guten alten K.u.K. Epoche, das zwar leider selten geworden ist, aber nie seinen Reiz verlieren wird, auf den Tisch: das Rindsgulasch.

Heute wie einst braucht es vor allem eines: Zeit. Das Gulasch ist - das verrät uns schon der Name - ein Klassiker aus der österreichisch-ungarischen Küche. Damit es auch so schmeckt wie Sie es sich vorstellen, hier ein paar gute Wegbegleiter. Wichtig ist zuerst die Wahl vom Paprikapulver. Viele Leute sehen Gewürze als nebensächlich an. Stattdessen sollte man lieber kritisch sein. Mancher Paprika kann bitter schmecken. Ich habe lange gesucht, bis ich das gefunden habe, was ich mag.

Fehlerquelle zwei: die Geduld. Mancher kann's kaum erwarten. Aber das Fleisch muss zart werden, weich und faserig - das gelingt eben nicht im Handumdrehen. Bei den Zwiebeln spare ich nicht, kosten ja auch nicht viel. Ich nehme immer dieselbe Menge Zwiebel wie Fleisch. Die brate ich in einem Schmortopf an. Gebe dann das Tomatenmark dazu - auch das brate ich an. So verliert das Mark die Säure. Mit Wasser ablöschen und wieder anrösten lassen: Dieses Spiel wiederhole ich drei bis viermal. Zum Schluss, wenn das Mark glänzt, bestäube ich ganz leicht das Ganze mit Mehl, damit die Soße später gut abbindet. Ein kleiner Tipp von mir! Karamellisieren Sie etwas Zucker mit dem Paprika mit, dadurch bekommt das Gulasch eines besonders feines „Süß-Säure-Spiel“. Aber Vorsicht, nicht zu dunkel werden lassen, sonst wird es richtig bitter!

Und jetzt das Wichtigste: das Fleisch. Für ein traditionelles Gulasch verwendet man Rindfleisch, etwa von der Schulter oder Keule. Ich bevorzuge den klassischen Wadschinken.  Aber das ist Geschmackssache. Beim Wiener Saftgulasch sollte am Schluss etwas rotes Fett, den sogenannten Spiegel, auf der Oberfläche aufweisen.

Zum Schluss kommt der Faktor Zeit zum Einsatz. Man bekommt das Gulasch in zwei bis drei Stunden bei ca. 100 Grad schon fertig, aber noch besser wird es, wenn es bis zu sechs Stunden (ganz langsam köchelnd) auf dem Herd steht. Das geht übrigens auch sehr gut im Römertopf, der leider aus der Mode gekommen ist. Wenn mich also jemand fragt, wie lange ein gutes Gulasch braucht, kann ich nur sagen: bis es halt schön zart ist…….

Kommentare anzeigen »
Artikel Erich Lukas 02. Januar 2018 - 13:35 Uhr
Mehr Kulinar(r)isch

Ist gutes Essen wirklich so langweilig?

Eigentlich bin ich der Letzte, der sich über fehlende Tischmanieren aufregt!

Warum man den Kren auch Bauernsenf nennt

Was macht ein gekochtes Schulterscherzerl, geräucherte Saiblingsfilets oder ein kaltes Ofenbrat'l so ...

Alles Käse oder was?

Hat der Käsewagen ausgedient?

Sturmzeit ist auch Maronizeit

Jetzt wo die Maronizeit, sprich Edelkastanien genannten, schön langsam zur Hochsaison auflaufen, sind ...

Originell mit Pfiff

Nicht immer ist es von Nöten, exotische Zutaten von weither zu importieren, um seine Gäste zu beeindrucken.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!