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Gutes, gesundes Essen als Spiegel unserer Zeit?

Sag mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist. Ein Denkwürdiges Zitat des französischen Gastrosophen Brillat-Savarin, der wahrscheinlich damals schon zum Ausdruck bringen wollte, dass die Essensgewohnheiten des Menschen das Spiegelbild seiner Weltanschauung sind, ein Dokument seiner Kultur.

Sich solche Gedanken über die Ernährung zu machen war damals nur einer sehr kleinen Bevölkerungsschicht möglich, der Großteil kämpfte darum, nicht zu verhungern. Doch wie sieht es heute aus ? Ist die Bedeutung des Satzes nicht aktueller denn je? Nach einem Zeitalter der Völlerei rückt der Gesundheitsaspekt beim Essen immer stärker in den Mittelpunkt, begleitet von Aufrufen diverser Gesundheitspolitiker, Ernährungsberater und Diätspezialisten nach dem Motto: Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper!

Vegetarische und vegane Ernährung boomt, es gibt Flexitarier oder solche, die sich nur mehr nach den Gesichtspunkten der Metabolic Balance ernähren. In manchen Restaurants rückt das Gemüse immer mehr in den Mittelpunkt, Fisch und Fleisch verkommen zur Beilage. Wie bei jedem Trend sind die Protagonisten in der Zahl eher klein, in ihrem Engagement und ihrer Medienwirksamkeit aber umso größer. Nun stellt sich die Frage, wie weit wir uns noch die Zeit nehmen, all diese Trends zu hinterfragen, kritisch zu betrachten. Wie weit wir uns von Werbung oder sogenannten Opinionleadern beeinflussen lassen. Den Produzenten zu vertrauen ist wichtig, aber auch all den anderen, die von Ihren Ideen leben und profitieren?

Wir sind in diesem Land schon einen weiten Weg gegangen und mancher Missstand wurde beseitigt, besonders  bei der Tierhaltung und dem Transport hat es wesentliche Verbesserungen  gegeben. “Dry aged“ Fleisch ist heute beinahe schon Standard in der Gastronomie, aber will denn keiner wissen, wie diese Tiere ernährt werden, ganz im Sinne von Brillat Savarin? Es ist nicht nur die Rasse, die für die Qualität ausschlaggebend ist, es ist primär die Fütterung. Der Geschmack des Pata Negra ist nicht nur deshalb so einzigartig, weil der Schinken vom Iberico Schwein stammt, sondern wird auch von der speziellen Fütterung der Tiere beeinflusst.

Ich denke, hier muss in der Zukunft angesetzt werden. Es laufen auch schon erste Projekte, wie etwa das sogenannte Apfelschwein, die beweisen, dass es Alternativen gibt. Wobei wir aber so ehrlich sein müssen und erwähnen sollten , dass es bei solchen Tieren keinen Aktionspreis von € 2,50 pro Kilo geben kann und darf! Wenn ein Kilo Karotten mehr kostet als ein Kilo Fleisch, dann hat unser System versagt, und wir Menschen auch!

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Artikel Erich Lukas 06. April 2015 - 14:34 Uhr
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