Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Freitag, 15. Dezember 2017, 15:02 Uhr

Linz: 5°C Ort wählen »
 
Freitag, 15. Dezember 2017, 15:02 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Meinung  > Blogs  > Kulinar(r)isch

Das ewige Thema der Stornogebühren

Eine Reservierung sollte nicht nur eine Absichtserklärung, sondern bindend sein.

Wenn man heute online einen Flug bucht, ein Hotelzimmer oder Mietwagen reserviert, ist das nur mit Angabe der Kreditkartendaten möglich. Der Grund ist simpel: Der jeweilige Anbieter möchte sicher gehen, dass der Gast auch erscheint.

Genauso ist es in einem Restaurant: Eine Reservierung sollte nicht nur eine Absichtserklärung, sondern bindend sein. Man geht ja auch nicht abends im Smoking spazieren, kommt zufällig an der Oper vorbei und fragt mal rasch nach, ob noch zwei Plätze frei sind. In der Gastronomie schaffen Menschen etwas für andere - mit Leidenschaft, künstlerischen Ambitionen und einer serviceorientierten Dienstleistung, die weit über das normale Maß hinausgeht. Damit dies geleistet werden kann, die besten Produkte eingekauft werden können, eine Auswahl an Weinen angeboten werden kann und bestens geschultes Personal vorhanden ist, muss das kalkulatorische Risiko minimiert werden. Das geht jedoch nur mit Planungssicherheit.

Oft wurde schon darüber geschrieben, gebracht hat es jedoch gar nichts! Es kommt leider immer noch sehr oft vor, das Reservierungen kurzfristig storniert oder Gäste ohne Absage gar nicht erscheinen. Das ist leider die traurige Realität. Dennoch sehen wir von der Abfrage der Kreditkartendaten ab und berechnen auch keine Stornogebühr. Das hat einerseits mit Vertrauen in und Wertschätzung für die Gäste zu tun. Anderseits sind diese leider nur selten bereit, bei der Reservierung durch die Angabe ihrer Kartendaten Verbindlichkeit zu schaffen. Dann heißt es: Da gehen wir nicht mehr hin!

Wir versuchen daher, vorzubeugen, indem wir die Gäste zwei Tage vor ihrem Besuch bei uns noch einmal anrufen. Für ein Restaurant ohne "back office" ist dies jedoch ein erheblicher Aufwand. Wünschenswert wäre deshalb eine höhere Wertschätzung für unsere Arbeit und ein Verständnis dafür, wie wichtig Planbarkeit für uns ist - gerade angesichts unseres hohen Personalaufwands und Wareneinsatzes. Wäre dies der Fall, wäre die Angabe von Kreditkartendaten bei einer Tischreservierung ebenso selbstverständlich, wie es bei Hotelbuchungen bereits seit Langem üblich ist.

Ein frohes Osterfest wünscht Ihnen Erich Lukas

Kommentare anzeigen »
Artikel Erich Lukas 25. März 2016 - 09:11 Uhr
Mehr Kulinar(r)isch

Alles Käse oder was?

Hat der Käsewagen ausgedient?

Sturmzeit ist auch Maronizeit

Jetzt wo die Maronizeit, sprich Edelkastanien genannten, schön langsam zur Hochsaison auflaufen, sind ...

Originell mit Pfiff

Nicht immer ist es von Nöten, exotische Zutaten von weither zu importieren, um seine Gäste zu beeindrucken.

Gefräßige Bettler!

Als diebische und gefräßige Bettler haben Naturforscher die kleinen Parasiten, die zu neunzig Prozent aus ...

Ein Körnchen Toleranz

Bei meinem letzten Spanienbesuch zu Ostern konnte ich feststellen, dass die Spanier mit fremden toleranter ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!