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Dafür, dagegen und enthalten

Bild: Florian Meingast

Abstimmungen gehören im Europäischen Parlament zur Tagesordnung. Einige dürften aber keine Ahnung haben, was da eigentlich genau passiert. Bis Dienstag Vormittag zählte ich genau zu diesen Personen. Doch dann lichteten sich die Nebel um dieses Mysterium. Abgestimmt wird nämlich per Tastendruck.

Dabei haben die Beamten die Qual der Wahl zwischen drei Möglichkeiten:

Der rote Knopf: Ich bin dagegen.

Der grüne Knopf: Ich bin dafür.

Der weiße Knopf: Ich enthalte mich meiner Stimme.

Mit diesen Geräten wird abgestimmt.

Bereits wenige Sekunden später erscheint das jeweilige Ergebnis auf einem großen und zentral platzieren Bildschirm - gefolgt von enttäuschten Seufzern oder leisem Jubel.

Doch was wenn eine Abstimmung unentschieden endet? "Dann wird der Antrag abgelehnt", verrät mir Thaler. "Es wäre ja unlogisch, wenn eine Änderung, bei der sich die Abgeordneten unsicher sind, durchgeht, oder?"

Lassen Sie mich nun etwas näher auf die Sitzungen selbst eingehen.

Interessant ist, dass es jedem Abgeordneten frei steht, ob er seine Wortspenden auf Französisch, Englisch oder in seiner Muttersprache tätigt. Dementsprechend benötigt es Übersetzer, damit die anderen Politiker im Saal diese auch verstehen. Genau gesagt werden die Gespräche in Echtzeit von jeweils drei Übersetzern in ihren Glaskästen in sämtliche Amtssprachen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union übersetzt. Das Ergebnis ihrer Arbeit lässt sich dann über Kopfhörer mitverfolgen.

Doch hin und wieder kommt es vor, dass selbst die Übersetzer Probleme haben, die Politiker zu verstehen. Der Ein oder Andere aufmerksame Zuhörer mit seinem Kopfhörer auf den Ohren wird durch die langen Pausen zwischen den Sätzen darauf aufmerksam. "Mikrofon, bitte!" - Dieser Satz verrät den Hauptgrund der durchaus peinlichen Stille. Es soll tatsächlich vorkommen, dass manche Politiker vergessen, ihr Mikrofon einzuschalten bevor sie zu Sprechen beginnen. Im Normalfall macht ihn dann einer seiner Kollegen mit diesen "Hey, you better switch on your microphone!" oder ähnlichen Worten auf die Situation aufmerksam, ehe er seinen Standpunkt zu einem Thema weiter erläutern kann.

 

Wichtige Fragen und simple Antworten.

Gibt es im Europäischen Parlament kabelloses Internet (W-Lan)? Ja, durchaus. Der Besucher sollte sich aber dessen bewusst sein, dass sich der Benutzername und das dazugehörige Passwort des Gäste W-Lans täglich ändert. Auf einem Flipchart im "Infocentre" im ersten Stock lassen sich die Zugangsdaten finden.

Der Flipchart mit den Zugangsdaten für das kabellose Internet.

 

Was machen Abgeordnete, wenn sie es nicht zu einer wichtigen Sitzung schaffen? Ganz einfach: Sie nehmen eine Videobotschaft auf. Ihre Meinung zum jeweiligen Thema wird dann später im Saal abgespielt.

Hier werden die Videobotschaften aufgenommen. Im Gebäude gibt es mehrere davon.

 

 

 

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Artikel Florian Meingast 21. März 2017 - 20:51 Uhr
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