Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Montag, 23. Oktober 2017, 17:31 Uhr

Reichenau im Mühlkreis: 6°C Ort wählen »
 
Montag, 23. Oktober 2017, 17:31 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Meinung  > Blogs  > Architekturkritik

Abgrenzen, Berühren oder beides zugleich?

Zwischen verschiedenen Räumen, Disziplinen oder Kulturen gibt es selten eine scharfe Grenze. Eher ist da ein mehr oder weniger breiter Übergangsbereich. Der RAND ist Thema der Herbst-Ausstellung im afo architekturforum oberösterreich.

Zwischen innen und außen, zwischen öffentlich und privat oder auch zwischen alt und neu ergeben sich Randzonen mit gemischten Verhältnissen. Das eine wirkt ins andere und umgekehrt. Für Architekturschaffende ist es wichtig, damit umzugehen. Denn wer in Abgrenzungen denkt ohne für die spannenden Phänomene im Übergangsbereich Platz zu schaffen, plant tote Räume.

Der Rand ist aber nicht nur für Gebäude und Gestaltungen selbst bedeutend. Als Disziplin mit relativ kleiner Kernkompetenz aber zahlreichen Überschneidungen zu anderen Arbeits- und Wissensgebieten ist Architektur seit jeher gewissermaßen auf den Rand spezialisiert. In ihren technischen Aufgaben vermischt sie sich mit unterschiedlichen Fachbereichen der Naturwissenschaften und Mathematik, in ihrer ästhetischen Dimension steht sie im Einflussbereich von Kunst, Kultur und Geisteswissenschaften.

In seiner ersten Ausstellung für das Haus deutet der neue Leiter des afo, Franz Koppelstätter, gemeinsam mit Dagmar Schink den Rand als Raum der Grenzüberschreitung und kritischen Auseinandersetzung. Die sehr breite und offen angelegte Konzeption soll neue Perspektiven eröffnen, der oft negativ besetzte, problematisierte „Rand“ als Bereicherung begreifbar werden. Architekturprojekte für Menschen am Rand der Gesellschaft finden da genau so Platz wie landschaftliche Interventionen an der Grenze zwischen real und virtuell. Es gibt Hörstationen, die die Peripherie des Linzer Stadtgebiets akustisch näherbringen oder einen Vorschlag, wie der Stadtraum zwischen Linz und Wels als zusammenhängende Traunmetropole neu zu denken wäre.

 

(Eine der Arbeiten in der Ausstellung: LAST REFUGE 1 (2014) aus einer Werkserie von Lorenz Estermann. Bild: Lorenz Estermann)

 

Veranstaltungshinweis:

Ausstellung RAND: Eröffnung 20.10.2015, 19h; Ausstellungsdauer: 21.10.2015–29.01.2016; Mi-Sa 14­-17h, Fr 14­-20h; afo architekturforum oberösterreich, Herbert­-Bayer­-Platz 1, 4020 Linz

 

Kommentare anzeigen »
Artikel Tobias Hagleitner 17. Oktober 2015 - 13:58 Uhr
Weitere Themen

Der Ortskern muss nicht sterben

HASLACH. Haslach an der Mühl: Wo niemand wohnt und keiner arbeitet, ist bald Leblosigkeit und Verfall.

Die Zukunft am Stadtrand

WELS. Stadtentwicklung ist keine Frage von öffentlich oder privat.

Franz Riepl: "Baut angemessen!"

Architekt Franz Riepl aus Sarleinsbach stört, wie oberösterreichische Kommunen bauen.

Standardmenü in Holz

WELS/LINZ. Immer höher, immer öfter, immer mehr geht mit Holz. Aber geht auch geförderter Wohnbau? Ja.

Abweisende Typen

Bauten sind Persönlichkeiten. In Summe ergeben sie das Wesen einer Stadt.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!