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Ernst beiseite: Mitleid mit den Promis

Es ist nicht zu übersehen, dass derzeit im ganzen Land die Dancing Stars unterwegs sind. Überall wird gewalzert und gefoxtrottelt, was der Tanzboden hergibt, und schon bei einem kurzen Blick auf die Ballberichte kann man sich des Eindrucks nicht erwehren: Es muss hart sein, im Fasching ein Promi zu sein.

So manche Person des öffentlichen Lebens eilt von einer Nachtschicht zur nächsten und darf dabei nicht einmal abgehetzt dreinschauen, weil überall die Kameras lauern. Dazu kommt eine beängstigende Enge, weil Promis immer von Zuwidruckern (volkstüml. Ausdruck für PR-geile Wichtigmacher und Hineinkräuler) eingekeilt sind. Beim Tanzen schauen ihnen alle auf die Füße und beim Sekt auf die Promille, oft in der schadenfrohen Hoffnung, sagen zu können: Na Grüß Gott, der sauft ja wie ein Badewannenabfluss!

Damit nicht genug, erwartet das Volk von der Society ständig Wortspenden. Mit Erfolg, denn da werden so manche Perlen vor die Mikrofone geworfen. Vom Wiener Jägerball zum Beispiel durfte man kürzlich eine Lebensweisheit des prominenten Jägers Mensdorff-Pouilly erfahren: Bei selbst geschossenen Rebhühnern heißt es aufpassen, „dass man beim Essen die Schrotkörndln nicht zwischen den Zähnen hat.“

So hat eben jeder seine Sorgen. Doch bevor uns das Mitleid übermannt, sollten wir überlegen, wie der Promi-Stress gemildert werden könnte. Rasch drängt sich eine Lösung auf: Auf Maskenbällen könnten sie sich mit guter Verkleidung anonym amüsieren!

Zudem hätten sie so die Möglichkeit, Volkes Stimme einmal unbeeindruckt vom Promi-Glanz zu hören. Da würden einige so große Ohren kriegen, dass man sie für die Mickymaus hält. Ob die das aushalten?

Die meisten eher nicht. Aber wenn’s eng wird, können sie die Maske abnehmen und sicher sein, dass alles gut wird. Vor allem die Zuwidrucker wären blitzschnell wieder da, auf die ist Verlass.

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Artikel 03. Februar 2012 - 00:04 Uhr
Ali Grasböck
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