31. Mai 2017 - 00:04 Uhr · Ali Grasböck · Aufgespießt von Ali Grasböck

Bitte vermuten Sie weder Spott noch Hohn!

Wie die OÖN ausführlich berichtet haben, gibt es in der einstigen Kulturhauptstadt Linz eine besondere Art von Trockenheit. Viele der städtischen Brunnen stehen ohne Wasser da, quasi als Symbole für eine Stadt, die nicht flüssig ist.

Nun haben die Leute gewiss größere Sorgen als die Frage, ob ein Springbrunnen tot ist oder den Quell allen Lebens plätschern lässt. Andererseits drängt sich die Frage auf, was wohl als Nächstes nicht mehr funktioniert oder gar eingespart wird. Damit es nicht so ausschaut, als würde im Rathaus nichts getan, wurde ein bisschen gezankt, was aber bei weitem nicht so erfrischend ist wie ein Brunnen. Und ja, demnächst soll es wieder Wasser geben, versprochen!

Geschätzte Leserschaft, bitte vermuten Sie zwischen diesen Zeilen weder Spott noch Hohn. Wer seine Landeshauptstadt schätzt, der unterstützt sie, wenn er zufällig eine Idee hat.

Ein Beispiel war die Idee, Linz könnte zwei der drei Vizebürgermeister und damit viel Geld einsparen. Doch wie’s der Teufel will, geht das nicht so leicht, weil – na, weil’s halt nicht geht! Doch das nur am Rande, es geht ja um die Brunnen. Wie könnte man dafür die Kosten senken?

Das ist leicht, denn an Vorbildern mangelt es nicht. In Italien gibt es Brunnen, die geradezu mit Geld bombardiert werden. Kaum nähern sich Touristen so einem Gewässer, kramen sie nach Münzen und holen zum Wurf aus. Uns ist ein Teich in Erinnerung, in dem sich die Goldfische ständig unter den Seerosen versteckt haben, aus Angst, sie könnten von einem größeren Stück Hartgeld getroffen werden. Da lagen die Münzen kübelweise auf dem Grund.

Und wie bringt man die Leute dazu? Mit Werbung natürlich. Den Anfang könnte ein Liebesbrunnen machen ("Alle elf Minuten verliebt sich jemand dank eines Münzwurfs in der Liebesstadt Linz"). Den Ertrag holt am Abend die Stadtwache heraus.

Im Rathaus wird ihnen sicher noch mehr einfallen, und froh werden sie sein. Endlich einmal etwas Handfesteres als das politische Kleingeld!

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/aufgespiesst/Bitte-vermuten-Sie-weder-Spott-noch-Hohn;art10213,2582204
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