Aufbruch!

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Die Chefredakteure: Alois Vahrner (TT), Manfred Perterer (SN), Rainer Nowak (Die Presse), Antonia Gössinger (Kleine Zeitung Kärnten), Gerold Riedmann (VN), Gerald Mandlbauer (OÖN), Hubert Patterer (Kleine Zeitung) und Mario Zenhäusern (TT)   Bild: TT

Leser-Reaktionen auf "Aufbruch!"

Zur Aktion "Aufbruch!" sind die ersten Reaktionen von Leserinnen und Lesern in der OÖN-Redaktion eingelangt.

16. Februar 2016 - 11:05 Uhr
 
In einer gemeinsamen Aktion der Bundesländerzeitungen und der „Presse“ sprechen sich 66 Personen für eine mutige und zupackende Politik aus und auch dafür, die österreichischen Probleme endlich deutlich beim Namen zu nennen.

Vielen Dank, liebe OÖN-Familie, für die zahlreichen Reaktionen auf "Aufbruch!", einen Appell von 66 Personen für eine neue, mutige Politik. Einen Auszug dieser Reaktionen bringen wir hier, zugleich bitte ich Sie: Schreiben auch Sie uns! Schicken Sie uns Ihre Ideen an leserdialog@nachrichten.at.

Gerald Mandlbauer

OÖN-Chefredakteur

 

„Der Regierung fehlt der Mut“

Gratulation! Wir sollten der Regierung ein Acht-Punkte-Programm auferlegen:

1. Bildungsreform: Den neuen Anforderungen in der Arbeit die beste Ausbildung zukommen zu lassen.

2. Verwaltungsreform: Weniger Bürokratie!

3. Pensionsreform: Die Bürger sollen – solange sie gesund sind – zur Wertschöpfung beitragen und nicht vorzeitig Pension erhalten!

4. Arbeitszeit: Flexibilisierung als wesentlicher Teil einer Ansiedlungsoffensive von neuen Betrieben, die der steigernden Arbeitslosenrate dagegenhalten soll.

5. Infrastrukturoffensive: Straße, Bahn, Wasser/Luft und Telekommunikation – die Bauwirtschaft erhält wieder Aufträge, die zur Arbeitsplatzsicherung beitragen.

6. Steuerreform: Denn mit der zweithöchsten Belastung in Europa denken viele Unternehmen nach, die Firmenzentralen in steuergünstigere Länder zu verlegen.

7. Arbeitlosenreduktionsoffensive: Wer geht schon arbeiten, wenn er ca. 900 Euro vom Staat erhält und mit Pfuscharbeit wesentlich mehr einnimmt als ein Arbeiter, der brav Steuern zahlt?

8. Innovationsanreize schaffen, dass neue Ideen Firmenneugründungen die Chance geben!

Unsere Regierung fehlt der Mut, Veränderungen umzusetzen. Was hat die Wirtschaft gemacht, als die Finanzkrise begonnen hat? Umstrukturiert und alle betroffenen Personen in ein Boot gebracht und mit Einsparungsprogrammen und Zukunftsplänen diese abgearbeitet. Keine Angst vor Veränderungen gehabt und permanent alle involvierten Menschen in Kenntnis gesetzt, wie weit sind wir gemeinsam auf unserem Weg. Ist es so schwierig, dies auch im Unternehmen Österreich anzugehen?

Johannes Hödlmayr, MBA, Schwertberg

 

Dankbar!

Gratulation dem Chefredakteur der OÖN sowie den Verantwortlichen der teilnehmenden Printmedien!

Diese Botschaft ist in Wahrheit nicht an die Bürger und Leser, sondern an die politischen Protagonisten des Landes gerichtet. Ein Hin- und Herschieben der Zuständigkeit und Verantwortung kann nicht mehr akzeptiert werden.

Für die Qualität des Protestes zum Status quo der unbefriedigenden Performance des Landes und der Forderung an die Politik zeichnen hochkarätige Namen der Gesellschaft aus verschiedensten Bereichen. Gratulation auch zu diesem personellen Mix.

Für diese Initiative kann man, besonders im Interesse der Kinder, nicht dankbar genug sein.
Dies, zumal ein „Aufschrei“ dieser Größenordnung über das gesamte Bundesgebiet mit diesen Autoren auch organisatorisch eine Leistung ist, die man im Interesse der mündigen Bürger würdigen muss.
Man kann nur hoffen, dass die eigentlichen Adressaten, nämlich die Protagonisten der österreichischen Politik auf allen Ebenen, die Inhalte nicht nur lesen, sondern auch den überfälligen Handlungsbedarf erkennen.

Sollte nach dieser hervorragenden Aktion die Spitze der österreichischen Politik zur Tagesordnung übergehen und sich weiter selbst verwalten und kommentieren, haben sie jegliche Autorität gegenüber dem Financier ihrer Arbeitsleistung, das ist nun mal der Steuerzahler, endgültig verloren.

Karl-Heinz Koll, Linz

 

Nicht lockerlassen

Aufbruch – eine wunderbare Aktion. Danke für diese Initiative. Wie weit man kommen wird, kann man unschwer der ersten Seite der OÖN sowie dem Interview mit Herrn Stöger entnehmen. Nicht aufgeben, nicht lockerlassen, das ist das Motto.

Rainer Rustemeyer, Pregarten

 

Verrohung durch Fernsehen

Zur Samstagsbeilage möchte ich dem Erfinder gratulieren. Habe mich schon lange nicht mehr so über eine Idee und das daraus entstandene bunte Ergebnis gefreut! Besonders beeindruckt hat mich der Beitrag von Helmut Schüller, obwohl er darin die beträchtliche Schuld der christlichen Kirche mit ihrer Verdrängungspolitik nicht erwähnt hat.

Was mich verwundert hat, dass sich niemand an der Vertrottelung und Verrohung durch die Fernsehprogramme gestoßen hat.

Rudolf Kusche, Windischgarsten

 

Visionär

Mit gierigem Interesse habe ich die Äußerungen durchgeschaut. Ich wollte wissen, wie viele die wichtigste Ursache unserer Zukunftslosigkeit erkannt haben. Erschütternde Antwort: Nur einer. Nur Karl Schwarzenberg stellt fest: „Das Land ist überaltert.“ Sonst ist niemandem der Irrsinn aufgefallen, dass wir mitten in Frieden und Wohlstand aussterben, wohlgenährt und behütet wie noch nie.

Schon 2003 schrieb Chefredakteur Mandlbauer: „Selbst dem Dümmsten ist klar, dass Österreich in den nächsten Jahrzehnten vergreisen wird. 2050 wird ein Berufstätiger zwei Pensionisten erhalten müssen…“
Mir wird ganz gruselig, wenn ich sehe, wie unter den 66 Gescheitesten nicht mehr als einer das Grundproblem erkennt.

Dr. Edgar Pree, Linz

 

Gutmeinende

Endlich sammeln sich die aktiven Kräfte unseres Landes, um der Regierung „Feuer unter dem Hintern“ zu machen.

Ein Großteil der Beiträge haben voll meine Zustimmung. Besonders Herr Welser-Möst beschreibt die Misere unserer Regierung bestens. Mit übertriebenem Aufwand an Gesetzen, getrieben von einigen besonders Gutmeinenden, hat sich der Staat selbst sehr viele Möglichkeiten, um zu gestalten, genommen. Wenn man keine Wirtschaftspolitik, sondern nur Sozialpolitik betreibt, so wird es bald auch für das Soziale kein Geld mehr geben. Wir sind am besten Weg, den Griechen nachzueifern. Wenn es zum Beispiel der Staat durch seine Gesetze und Einspruchsrechte möglich macht, dass einige wenige, aus persönlichen Gründen, gegen die große Mehrheit einen Brückenbau 40 Jahre lang verhindern können, dann ist es auch um Arbeitsplätze schlecht bestellt. Ein Umdenken ist dringend nötig.

Ernst Fischer, Oberkappel

 

Stillstand im Land

Ich finde diese Initiative fantastisch. Bin ich doch selbst knapp 80 Jahre und frage mich schon lange, wie alt ich denn noch werden muss, bis endlich Bewegung in unser Land kommt. Als kritischer Beobachter drängt sich mir eines auf: Personen, die heute anhand dieser Initiative den Stillstand in der Politik beenden wollen, haben bei der letzten Landtagswahl genau diesen Stillstand in der Person des Herrn Pühringer unterstützt.

Ein Markus Hengstschläger fordert eine Amtszeitbegrenzung für Politiker, damit Bewegung in die Sache kommt. Im letzten Herbst unterstützte er die Wiederwahl von Pühringer. Oder ein Christian Ludwig Attersee, der Pühringer wegen seiner Schrittsicherheit und Toleranz unterstützte, heute sich aber dafür starkmacht, die Jugend zum Zug kommen zu lassen ...

Was nun, meine edlen Herren? Waren Sie vor der Wahl alle abhängig von Förderungen? Oder was waren Ihre Beweggründe damals? Womit hat man Sie im Herbst „überzeugt“, in dieses Komitee zu gehen? Was führt zu diesem Sinneswandel heute?

Pühringer hat Enormes geleistet für dieses Land. Leider hat er den Zeitpunkt völlig verpasst, der ihm einen glorreichen Ausstieg ermöglicht hätte. Nochmals – ich finde die Initiative wirklich toll. Allerdings steigt in mir der Zorn eines alten Mannes hoch, der diese Abhängigkeiten im Land schon zu lange beobachten muss. Lasst uns endlich frei, befreit uns aus den Abhängigkeiten von Altherrenparteien und Gewerkschaften und gebt mir die Hoffnung, dass meine Urenkel in einem dynamischen Land aufwachsen dürfen, in dem auch Frauen die gleiche Berechtigung haben. Ich will nicht, dass meine Urenkerl mühevoll die Trümmer der alten Politiker beseitigen müssen. Dazu war meine Generation nach dem Krieg verdammt. Bitte nicht der nächsten Generation durch Stillstand und Intoleranz das Gleiche aufbrummen!

Leopold Raab, Hofkirchen

 

 

Gegenwartskultur

Ich gratuliere zu dieser Aktion. Ob es bei den Adressaten ankommt und den beabsichtigten Aufbruch bewirkt, sei dahingestellt, die Initiative ist gesetzt. Drei Punkte möchte ich allerdings kommentieren:

Erstens möchte ich nicht in einer Gesellschaftsstruktur leben, die die körperliche Ertüchtigung zum Erziehungsideal erhebt.

Zweitens empfand ich – obwohl ich sonst alles andere als ein Fan von Angela Merkel bin – ihr Signal der Aufgeschlossenheit gegenüber Migranten als mutige und wohltuende Positionierung gegen eine reaktionäre Abschottungshaltung. Dass die politische Administration dieser Ansage keine klaren gesetzlichen Regeln beizustellen imstande ist, steht auf einem anderen Blatt.

Schließlich ist dem aus Wissenschaftskreisen kommenden Ruf nach mehr Fortschrittsoptimismus und weniger Festhalten an Vergangenheit und Gegenwart zu entgegnen, dass man in sozialen Fragen doch eher Lösungen im Sinne der Gegenwartskultur den Vorzug gegenüber natürlichen Patentrezepten geben sollte.

Dr. Leonhard Besl, Golling

 

Umdenkprozess?

Die Frage ist, werden diese Erkenntnisse zu einem Umdenkprozess führen? Hat dieses „müde Österreich“ die Kraft, sich aus sich selbst zu erneuern? Es ist zu hoffen, dass die Statements eine breitere Öffentlichkeit erreichen als jene von Reformkommissionen oder des Rechnungshofes. Wenn es mit dieser Aktion gelingt, die Gesellschaft aufzurütteln, und diese sich aufmacht, Regierung und Politik unter Druck zu setzen, dann wäre wohl die Zielsetzung erreicht.

Die Bevölkerung möge aufhören, sich etwas vormachen zu lassen, und der praktizierten Angstmache und Placebopolitik eine Absage erteilen. Nur eine mutige und optimistisch orientierte Gesellschaft wird in der Lage sein, den künftigen, anspruchsvollen Aufgaben gerecht zu werden.

Herwig Steindlegger, Linz

 

Aufbruch – aber wohin?

In den Bundesländerzeitungen haben am Wochenende 66 Persönlichkeiten aus Österreich ihre Sicht eines notwendigen Aufbruches wiedergegeben. Allesamt interessante und teilweise unterstützungswürdige Forderungen. Diese eingebrachten Punkte zeigen aber auch sehr deutlich die aktuelle Ist-Situation in unserer Gesellschaft. Forderungen Einzelner widersprechen ganz klar Wünschen anderer. Die Umsetzung der eingebrachten Forderungen in Teilbereichen oder der Gesamtheit ergibt daher einen gewaltigen Schleuderkurs. Eines kennen wir von uns Menschen in Österreich und Europa zur Genüge: Aufbruch ja – aber nur in meine Wunschrichtung. Dies haben diese 66 Personen einmal mehr bestätigt.

Josef Scheuchenegger, Schwertberg

 

 

 

Chance auf Wandel

Die Architektur kennt die Maxime: Die Form folgt dem Inhalt. Sie bezeichnet die Weise und ökonomische Beschränkung der eingesetzten Mittel in Relation zur gestellten Aufgabe. Jeder Musikliebhaber weiß, dass eine Sinfonie von Louis Spohr kaum mehr Inhalt bietet als ein Satz einer Sinfonie Beethovens. Selbst satirische Kleinkunst verlässt das Kammerformat und benötigt oft die große Bühne.

Ich bin davon überzeugt, dass das Forum dieses Projektes eine einmalige und unwiederbringliche (daher die Gefahr!) Gelegenheit wäre, die Gesellschaft im Hinblick auf einen Wandel zu durchdringen. Die Politik ist nur eine abhängige Teilmenge der Gesellschaft und deshalb nicht der ultimative Ansprechpartner. Dies würde jedoch einen groß angelegten Plan erfordern und viel Mühe bedeuten, nämlich Führung. Ich hoffe, mit meiner begründeten Sorge nicht der großen Gemeinde von Zerrednern und Besorgten zugeordnet zu werden. Mein Erstaunen ist jedenfalls groß.

Wolfgang Zenker, Gmunden

 

 

 

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