Vor zehn Jahren wurde der Mühlviertler Christian Hoffmann als Nationalheld gefeiert. Nachdem er in der Langlaufloipe von Salt Lake City olympisches Silber gewonnen hatte, standen die Gratulanten Schlange. Da der damalige Sieger über einen positiven Doping-Test gestolpert war, wurde aus Silber später sogar noch Gold. Bei der nachträglichen Siegerehrung drängten sich Bundeskanzler und Sportminister auf das Siegerbild. Wenn Hoffmann heute in der Öffentlichkeit auftaucht, gehen die früheren Schulterklopfer auf Distanz, als hätte er die Pest. Er leidet unter keiner ansteckenden Krankheit, dafür hat eine (fragwürdige) Dopingsperre seinen gesellschaftlichen Status verseucht. Unschuldsvermutung? Die gilt für Lobbyisten, aber sicher nicht für Spitzensportler. (chz)
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