Den Salzburger Festspielen verdankt Anna Netrebko ihren internationalen Durchbruch – in „Don Giovanni“, 2002. Seitdem heißt die junge russische Frau „Die Netrebko“, und die Oper ist nicht mehr bloß eine musikalische Gattung des Theaters. Sie ist ein Ereignis, zu dem Wallfahrten unternommen werden. Wo Netrebko auftritt, bringt sie diese raren Momente zur Welt, in denen vieles erst seinen Sinn ergibt. Sie lässt auch abseits der Bühne jene Leidenschaft auf das Publikum überspringen, die Komponisten und Dichter einst formuliert haben. Netrebko ist immer „Große Oper“, Menschen leiden mit ihr, Menschen lieben mit ihr. Die Klassik-Branche müsste ihr in einem fort dafür danken, dass sie diesen selbstverschwenderischen Job so herausragend bewältigt. (pg)
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