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Der Dante Club., Matthew Pearl

Die Trauben hängen hoch, wenn Bestsellerautor Dan Brown Blumen streut und urteilt: "Dieses Buch muss man einfach lieben." Den Vorschusslorbeeren wird Matthew Pearl mit seinem Thriller "Der Dante Club" gerecht.

Autor Dante Aligheri Bild:

Zwei bestialische Morde im Boston des Jahres 1865 stehen am Beginn der Handlung. Während die Ermittler noch im Dunkeln tappen, sind die Mitglieder des neu gegründeten Dante Clubs - die Dichter Henry Wadsworth Longfellow und James Russell Lowell, der Anatomie-Professor und prominente Autor Dr. Oliver Wendell Holmes und der einflussreiche Verleger J. T. Fields - relativ schnell im Bild.

Sie sehen den Zusammenhang, spüren, dass hier ein Serienmörder seine Spuren hinterlässt, der ein hohes Wissen über das Werk von Dante Aligheri besitzt, dessen "Göttliche Komödie" die Club-Mitglieder gerade ins Englische übersetzen, um den italienischen Autor auch in Amerika bekannt zu machen. Die Morde setzen die in Dantes "Inferno" beschriebenen Höllenqualen in die Praxis um.

"Der Dante Club" lebt von der packenden Erzählweise von Autor Matthew Pearl, der trotz vieler Charaktere und nicht immer einfach zu erklärender Hinweise auf das jahrhundertealte Werk Dantes, wenig Verwirrung aufkommen lässt.

Zudem gibt Pearl ein stimmiges Bild des Boston Mitte des 19. Jahrhunderts wieder, das er detailiert beschreibt und so die Mordserie und die Suche nach dem mordenden Dante-Kenner zu einem Leseerlebnis macht, dem man sich nicht entziehen kann.

Dem Autor gelingt es, die Spannung bis zum Schluss hoch zu halten und die vielen Mutmaßungen des Lesers dann doch zu einem überraschenden und schlüssigen Ende zu bringen. Um mit Dan Brown zu sprechen: Ein Buch, das man liebt.

das buch

Matthew Pearl: "Der Dante Club", Thriller, 528 Seiten, Verlag dtv, 9,20 Euro
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Artikel 05. August 2005 - 00:00 Uhr
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