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Das tabuisierte Rosa

Grafische Novelle zur Zeitgeschichte

Das tabuisierte Rosa

Bild: Jacoby Stuart

Andreas ist Anfang 20, Werbezeichner und homosexuell. Er genießt das Leben, feiert mit Freunden. Doch im Berlin der 1930er-Jahre verbreitet sich die braune Pest und vergiftet die Hirne. Andreas wird wegen seiner sexuellen Neigung ins Gefängnis geworfen, gefoltert und ins Konzentrationslager gesteckt.

Er überlebt und hofft auf ein neues Leben nach 1945. Noch sind die Nazigesetze zur Homosexualität in Kraft. Wieder wird Andreas aufgrund des Paragrafen 175 verhaftet und misshandelt. Den Ausweg sieht er in einer Scheinanpassung. Er heiratet eine lesbische Freundin, zieht deren Kind mit ihr groß. Sie ziehen nach Paris, wo ihm, alt und verbittert, die Geschichte hochkocht.

Sein Urenkel will ihn im Rahmen eines Schulprojekts über den II. Weltkrieg befragen. In Rückblenden erinnert sich Andreas. Es sind schreckliche Bilder, die Milorad Vicanovic nach Erzählung von Michel Dufranne gezeichnet und Christian Lerolle koloriert hat. Die Geschichte ist eindrucksvoll erzählt, das Buch grandios illustriert.

 

Rosa Winkel, Michel Dufranne, Milorad Vicanovic, Christian Lerolle, Verlag Jacoby Stuart, 144 Seiten, 18,50 Euro (but).

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Artikel 26. Mai 2012 - 00:04 Uhr
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