Wie die Projektleiter von Linz09 das Thema Nationalsozialismus aufbereitet haben, sei absolut kontraproduktiv, kritisiert Walter Schuster, Direktor des Linzer Stadtarchivs. In Linz und Oberösterreich wurden in den vergangenen Jahren weitreichende Forschungsarbeiten zu diesem Thema veröffentlicht, mehr als in den meisten anderen Regionen Österreichs oder Deutschlands. Auch für Linz09 habe man mehrere Projekte angeboten – vergeblich.
„Wir hätten tolle Grundlagen für eine differenzierte und seriöse Aufarbeitung dieser Zeit. Dass man diese Chance leichtfertig vertan hat, ist ärgerlich“, sagt Schuster.
Stattdessen lasse vor allem das nun vorliegende Geschichte-Buch zu Linz09 ein völlig falsches Bild entstehen: „Das ist ein Sammelsurium an Halbwahrheiten und verwirrenden Aussagen“, sagt Schuster. Kritik übt er aber auch an der Ausstellung „Kulturhauptstadt des Führers“, weil dort Hitler auf eine Rolle als Künstler und Architekt reduziert werde. „Damit untergräbt man unsere historische Forschung der vergangenen 20 Jahre“.