In der Literatur wie in der Bildenden Kunst hinterließen Küsse markante Abdrücke. Wie der Dialog zwischen Text und Bild harmoniert, entdeckt man auf den jeweils gegenüberliegenden Seiten des kleinformatigen, fast 450 Seiten starken Sammelbandes.
Diese stimmige wie ideale Partnerschaft von Gesagtem und Gemaltem weist die Leser in eine Welt der Leidenschaft und Verführung. Jede Doppelseite vermag da eine sinnliche Sehnsucht zu wecken, die sich ausdrucksstark und gefühlvoll artikulieren muss – am besten natürlich mit einem Kuss!
Die Sammlung kann man aus zwei Blickwinkeln sehen: als Kunst- und Gemäldegalerie mit begleitenden Zitaten aus Literatur, Musik, Film und Wissenschaft, oder eben als eine Spruchsammlung, die von bedeutenden Werken der Kunstgeschichte eingerahmt ist.
Wobei die genauen Bildbeschreibungen samt Angabe der Sammlungen und Galerien vielleicht sogar so manche Erinnerungen wecken, die in dem Satz münden: „Das Bild ,Venus und Adonis’ von Lúca Cambiaso habe ich doch erst unlängst in Rom in der Galleria Borghese bewundert.“
Vielleicht ist einem der eine oder andere Kommentar dazu eingefallen, der im Buch „1000 Küsse“ in einem hintergründigen Zitat des italienischen Kunsthistorikers Alessandro Morandotti (52) gipfelt: „Der Kuss ist eine geniale Erfindung, um Liebespaare davon abzuhalten, zu viele Dummheiten zu sagen.“
Letzteren ist übrigens anzuraten, den Band gemeinsam mit allen Sinnen zu genießen und einander daraus vorzulesen. Wäre doch gelacht, wenn sie dann nicht auf den Geschmack kommen und wie Jimmy Hendrix ausrufen: „Entschuldigt mich, während ich den Himmel küsse.“
Das Kuss-Buch
Studio Zuffi (Hg.): „1000 Küsse“. Aus dem Italienischen von Carmen Derungs. Verlag Parthas, 448 Seiten, mehr als 200 Farbbilder, 15,30 Euro.
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