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Die Deutschen, von denen uns ja die gemeinsame Sprache unterscheidet, werden in Österreich abschätzig „Piefke“ genannt. So „danken“ wir ihnen ihre Treue als Urlaubsgäste.

In den Ferien, der Hochsaison für jene Gäste aus dem Nachbarland, die damals noch die Mark im Alpenland rollen ließen, halten sich die „Ösis“ mit dem Ausdruck, der Häme, Herablassung, Geringschätzung und Spott in sich vereint, ohnehin zurück. Darauf verweist oben stehende Karikatur aus „Die Zeit“, die der deutsche Autor Hubertus Godeysen in sein hochinteressantes Buch „Piefke. Kulturgeschichte einer Beschimpfung“ aufgenommen hat.

Apropos Karikatur: Schon auf Seite 12 zeigt eine Karikatur aus den OÖN vom 1. April 1994 aus der Feder von Michael Pammesberger auf, wie schief man in Österreich angeschaut werden kann, wenn einem der Satz „Ich mag die Deutschen“ über die Lippen kommt. Im Extremfall kann man sogar auf der Couch eines Psychiaters landen ...

Der Buchautor, früher als Bundeswehr-Offizier und in internationalen Organisationen tätig, ist heute ein freier Journalist. Als solcher rahmte er seine gründlichen Recherchen in Sachen „Piefke“ in einen Spiegel ein, den er uns in seinen viele Bereiche abdeckenden Ausführungen vorhält.

„Cordoba“ und „Piefke-Saga“

„Cordoba“ ist natürlich ein gewichtiges Thema, ebenso natürlich die lange ausführlich diskutierte „Piefke-Saga“ des Felix Mitterer. Auch die Fußball-Europameisterschaft des Jahres 2008 in Wien, an der wir einmal mehr gegen die Deutschen Kicker – schon in der Gruppenphase – untergingen, ist natürlich ein Thema.

Hubertus Godeysen klärt uns auch ausführlich über die Person jenes legendären Johann Gottfried Piefke auf, dessen Name ja zum Synonym geworden ist. Der Preußische Musikdirektor aus dem 19. Jahrhundert hatte viele Bezüge zu Österreich. An ihn erinnern gleich mehrere Musikstücke, darunter auch eine Polka von Johann Strauß.

Alles in allem ein liebenswürdiges wie hintergründiges Buch über eine sorgsam gepflegte „Erzfeindschaft“.

Hubert Godeysen: "Piefke. Kulturgeschichte einer Beschimpfung, eine Dokumentation", 280 Seiten, Edition vabene, 25,60 Euro

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