Mit einer seltsamen Begegnung beginnt „Die Bewunderung der Welt“. Ein abgeschiedenes Dorf. Ein Fremder, der sich dorthin „verirrt“, von dessen Bewohnern mit anfänglichem Misstrauen empfangen wird.
Er sei ein Zauberer, doch kein gewöhnlicher. Einer, dessen Kunst darin besteht, die Dinge „dem Alltag, dem Blick der Gewohnheit, dem Selbstverständlichen“ zu entreißen. Ein Magier des Erzählens, der sein Publikum, die Dorfbewohner, in siebzehn Episoden mit den Mitteln der Phantasie verzaubern wird.
Wie der Autor selbst, der auch in seinem jüngsten Werk den Schleier des Märchenhaften über die Wirklichkeit breitet. Sie als Maler der Worte „in seine bunten Zauberarme nimmt“.
Es ist ein Buch, das dem Leser Geduld und Muße abverlangt, sich eigentlich nur dann erschließt, ihn dafür mit der Kraft seiner ureigenen Poesie entlohnt, dem Reichtum seiner Metaphern, seiner langsamen, entschleunigten Handlung, die mehr beschreibende Beobachtung ist.
Die siebzehn Kapitel mit Unterbrechung einzeln für sich zu lesen, mag hilfreich sein. Zum Verschlingen, an einem langen, grauen Novembertag, eignet sich das Werk nicht, es könnte zu viel der guten Poesie werden. Doch in sparsamer Dosis genossen, entfaltet „Die Bewunderung der Welt“ ihren Sog, von dem man sich gern mitreißen lässt. Und dabei vielleicht manches Wunder im Alltag neu entdecken wird.
Info: Heute, 19.30 Uhr, liest der Autor in Schloss Steyregg aus seinem Buch, Karten unter 070 / 640054-0, schloss@salm.at