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Musikschulen müssen sparen

67,1 Millionen Euro kostete den Steuerzahler das „OÖ. Landesmusikschulwerk“ 2011. Damit verschlingt diese Institution 45 Prozent des gesamten Kulturbudgets Oberösterreichs. In seinem Bericht empfiehlt nun der Landesrechnungshof, beim Personal (90 Prozent aller Kosten: 62,5 Millionen) und bei den Bauten einzusparen.

Helmut Brückner, der Direktor des Landesrechnungshofes (LRH), rät im Gespräch mit den OÖNachrichten zu einer wirtschaftlichen Optimierung des Landesmusikschulwerks, „wenn man den Aufwand dauerhaft leistbar gestalten will.“ Angesichts der allgegenwärtigen Sparanstrengungen sei auch im Bereich des Musikschulwesens ein Sparbeitrag notwendig. Brückner schlägt eine mittelfristige Senkung der Personalkosten (insgesamt 1400 Musikschullehrer) um bis zu zehn Prozent sowie die Erhöhung des Deckungsbeitrags (Kursgebühren) auf 25 Prozent (zuletzt 11,8 Prozent/7,9 Millionen) vor. Außerdem empfiehlt der LRH eine Optimierung der Lehrpläne und vermehrten Unterricht in Gruppen, um den Personaleinsatz ökonomisch zu verbessern. Unbedingt kritisch überdacht werden müssten die geplanten Bauvorhaben, „wenn möglich auch einzelne Vorhaben zu reduzieren oder zurückzustellen“. Bis 2015 sind Musikschul-Bauten an sechs bereits bestehenden Standorten geplant, Gesamtkosten: 10,6 Millionen Euro. Die vierte LRH-Empfehlung betrifft die bessere Auslastung der Musikschulgebäude – etwa durch verstärkte Kooperationen mit Vereinen und Pflichtschulen.

Landeshauptmann und Kultur-Landesrat Josef Pühringer sagte im OÖNachrichten-Gespräch, dass einige der LRH-Vorschläge bereits umgesetzt seien, etwa die Anhebung der Einnahmen mit Beginn 2012 von 12 auf 20 Prozent. „Dass wir eine Unterdeckung bei den Elternbeiträgen haben, war uns bekannt. Die ist passiert, weil das Musikschulwerk vor 35 Jahren gegründet wurde und wir nun 80 Prozent an Lehrkräften haben, die zwischen 45 und 60 sind. Daraus ergeben sich die hohen Lohnkosten. Mit Pensionierungen und der Anstellung von Junglehrern wird sich das Problem entkräften.“

Warum muss das Musikschulwerk insgesamt einen derart riesigen Brocken des gesamten Kulturbudgets verschlingen? Pühringer: „Den Musikschwerpunkt des Landes Oberösterreich habe ich geerbt, den gab es schon vor mir, aber ich stehe dazu. Wir müssen im gesamten künstlerischen Feld fördern, aber um eine Prioritätenreihung kommt man nicht herum.“

Die Kritik an der Auslastung der Musikschulgebäude ist für Pühringer nicht nachvollziehbar, man müsse bedenken, dass vor allem Pflichtschüler in den Musikschulen unterrichtet werden, und das sei eben erst am Nachmittag möglich. Pühringer: „Die Wahrheit ist, dass die Musikschulen rund um die Uhr für eine gemeinnützige Nutzung zur Verfügung stehen.“

Was an Bauten zugesagt wurde, werde auch errichtet werden. Der vom Landtag genehmigte Musikschulplan sei zu 95 Prozent abgearbeitet, „und wir können nun nicht jenen sagen, die am längsten gewartet haben, dass sie nicht mehr drankommen.“

 

Musikschulen: Entwicklung seit 1977

Das Landesmusikschulwerk wurde 1977 vom Land Oberösterreich gegründet. Das Ziel war es, eine breite musikalische Ausbildung im gesamten Bundesland anzubieten. In 35 Jahren entstand ein Netz von 155 Landesmusikschulen. In diesen Institutionen werden zurzeit rund 41.000 Schülerinnen und Schüler in 52.000 Fächerzuteilungen von 1400 Lehrkräften unterrichtet. Darüber hinaus betreibt die Stadt Linz eine Musikschule, die vom Land Oberösterreich finanziell gefördert wird.
1988 beschloss die Landesregierung ein „Raumordnungsprogramm für den Sachbereich der Versorgung der Bevölkerung mit Leistungen der Musikschulen (OÖ. Musikschulplan)“. Darin wurden 71 Hauptanstalten (inklusive Musikschule der Stadt Linz) und 97 Zweigstellen festgelegt. 2002 lagen die Ausgaben des Landesmusikschulwerks bei 51,7 Millionen Euro, 2011 bei 67,1 Millionen.

 

Fünf Fragen an Reinhard Mattes

Im OÖNachrichten-Gespräch kommentiert Landeskulturdirektor Reinhard Mattes den Bericht des Landesrechnungshofes zum Musikschulwesen.

OÖN: Wie bewerten Sie den Bericht des Landesrechnungshofes?

Mattes: Wir wissen ja selbst, wo die Kosten liegen. Der Bericht ist keine kritische Erkenntnis, sondern eine Feststellung der Fakten.

OÖN: Wie ist die bessere Auslastung der Musikschul-Räumlichkeiten zu realisieren?

Mattes: Das betrifft nicht uns. Das Land ist ja nicht der Betreiber der Musikschulen, sie sind Eigentum der Gemeinden, wir sind nur ein Nutzer. Und die Gemeinden haben natürlich die Möglichkeit, sofern das der Nutzungsbetrieb zulässt, die eine oder andere Veranstaltung dort durchzuführen. Es ist nicht Sache des Landesmusikschulwerks, über Nutzung nachzudenken.

OÖN: Was sagen Sie zu den kritischen Prüfungen, zu denen der Landesrechnungshof bei den Bauvorhaben rät?

Mattes: Man wird über Zusammenlegungen nachdenken müssen. Bevor man einmal etwas Teures hinstellt, soll man vorher alle Möglichkeiten durchspielen.

OÖN: Warum muss ein so großer Brocken, 45 Prozent des Kulturbudgets, für die Musikschulen aufgewendet werden?

Mattes: Dazu gebe ich inhaltlich keinen Kommentar ab. Das ist ein Faktum.

OÖN: Aber als Landeskulturdirektor muss Sie das doch interessieren.
Mattes: Wir haben ein Gesetz, das dieses Musikschulwesen vorschreibt, auch deshalb sind wir österreich- und europaweit führend in der Musikpädagogik. Das hat seinen Preis.

 

1
Musikschule?! · von blabla. (1) · 12.02.2012 20:50 Uhr

2011 - Jahr des Ehrenamtes. Da gehört auch die Musikkapelle dazu. 2012 - Jahr der Stille?!

(0)
2
Es kann und darf · von sunnyboy (744) · 06.02.2012 11:30 Uhr

nicht unser Aller Geld kosten, wenn Kredti und Pleti Tuten und Blasen lernen wollen zwinkern

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3
du · von helikiller (156) · 06.02.2012 11:44 Uhr

hast natürlich keine ahnung vom tuten und blasen . solche geistigen hungerleier wie du können sowieso nichts zum allgemeinwohl beitragen . also zurück in deine höhle.

(0)
Artikel 04. Februar 2012 - 00:04 Uhr
Peter Grubmüller
Bild vergrößern Musikschulen müssen sparen

Der Landesrechnungshof rät den Musikschulen eine Senkung der Lohnkosten, die Anhebung der Gebühren und eine bessere Auslastung.  Bild: Weihbold

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