Großes Festspielhaus: Konzert mit den Wiener Philharmonikern, Dirigent: Pierre Boulez, Mitsuko Uchida (Klavier), 28.1.
OÖN Bewertung: 6/6 Sterne
Pierre Boulez ist immer noch faszinierender Klangmagier, der mit seinen fast 87 Jahren nicht nur Impulse zu setzen weiß, sondern vor allem sein analytisches Wissen in die interpretatorische Waagschale wirft, wodurch selbst ein so sprödes Werk wie Schönbergs Klavierkonzert op. 42 zum verständlichen und emotional packenden Kosmos wurde. Zum Beginn – ebenso klar strukturiert – Schönbergs „Begleitmusik zu einer Lichtspielszene“ op. 34 gefolgt von Mozarts F-Dur-Klavierkonzert mit Mitsuko Uchida als Solistin. Mozart ist sicher nicht die ureigenste Musik Pierre Boulez’, und dennoch war in seinem Umgang mit dem Orchesterpart manch spannend Neues zu entdecken.
Sensation war aber das Klavierkonzert Schönbergs, das wahrscheinlich noch nie so präzise und klar strukturiert, so sinnlich leidenschaftlich und klanglich warm timbriert gespielt wurde. Kein abstraktes Zwölftonungetüm, sondern ein sich beinahe selbst erklärendes großes Werk, dem bislang die Detailsicht verwehrt wurde.
Nicht nur Boulez’ Interpretation begeisterte, auch die außerordentliche Präzision im Orchester und die schier unglaubliche technische und musikalische Meisterleistung Mitsuko Uchidas. Abschließend eine fulminante Pulcinella-Suite von Strawinsky. (wruss)
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