OÖN Bewertung: 5 von 6 Sternen
Schon der Name klingt magisch: „Krabat“. Die Erzählung von dem Burschen, der sich mit dunklen Mächten einlässt und durch die Liebe erlöst wird, fasziniert seit Jahrzehnten junge Leser. Regisseur Marco Kreuzpaintner ist eine meisterliche Literaturverfilmung gelungen, die sich die Freiheit lässt, den Kern der unheimlichen Geschichte mit den Mitteln des Kinos freizulegen.
Auch lesefaule Schüler, die Preußlers Roman im Unterricht vielleicht nur als Pflichtlektüre empfunden haben, werden die Geschichte im Kino als famose Kür erleben. Und ihre Eltern können sich gleich mitverzaubern lassen. „Krabat“ erzählt eine zeitlose Fantasy-Story von Finsternis und Freundschaft. In der sagenhaft detailreichen Kulisse und in grandiosen Landschaften agieren mit David Kross („Knallhart“), Daniel Brühl und Robert Stadlober einige der besten Jungstars des deutschen Kinos. Ihnen gegenüber verbreitet Christian Redl als grausamer Meister der Mühle eisigen Schrecken.
Die Sage von Krabat ist schon Jahrhunderte alt. Preußler hat aus dieser Legende seiner böhmischen Heimat einen der meistgelesenen deutschen Jugendromane gemacht.
Auf die dunkle Seite der Macht zu wechseln – diese Versuchung für Heranwachsende ist nicht erst seit „Star Wars“ auch ein Grundthema der Filmgeschichte. In „Krabat“ hört der 14-jährige Waisenjunge im Schlaf eine unheimliche Stimme. Er folgt ihrem Ruf und findet sich in einer Mühle wieder, deren Meister schwarze Magie praktiziert.
Regisseur Kreuzpaintner beweist nach den Dramen „Sommersturm“ und „Trade – Willkommen in Amerika“ Ruhe und Reife hinter der Kamera. Digitale Spezialeffekte setzt er relativ sparsam ein und baut stattdessen auf eine Riege fabelhaft besetzter Schauspieler. Eine Hauptrolle kommt auch dem Schauplatz zu: Die finstere Mühle am Koselbruch entstand in der Einsamkeit der rumänischen Karpaten und bietet dem Auge viele Details, die eine dichte Atmosphäre verbreiten.
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