Ob in den „Twilight“-Filmen oder den Serien-Erfolgen „True Blood“ und „Vampire Diaries“: Untote sind derzeit überall. Am Freitag suchen sie auch Oberösterreich, genauer das Welser MedienKulturHaus, in Form einer Buchpräsentation und von Filmausschnitten heim.
„Niemand stirbt gerne, und es ist ungemein attraktiv, ein zweites Leben in Reserve zu haben“, so erklärt Filmwissenschafter Drehli Robnik die Faszination, die Vampire und Zombies seit den frühen 20er Jahren auf der Leinwand versprühen. Erstere feierten ihre filmische Premiere in „Nosferatu“ 1921, Letzteren setzte Bela Lugosi in „White Zombies“ ein Denkmal.
Weiter Weg zu Cullen
Bis sie in der Form von „Twilight“-Vampir Edward Cullen alias Robert Pattinson Millionen Mädchen zum Träumen und Kreischen brachten, mussten die Vampire einen weiten Weg der Entwicklung gehen. „Angefangen hat es damit, dass Zombies kolonialistische Fantasien repräsentierten, die Amerika von den Karibikvölkern hatte, quasi als Arbeitssklaven dargestellt wurden“, erzählt Robnik: „Später sind sie gerne als politische Symbolfiguren, als Masse, als die Ausgegrenzten, eingesetzt worden.“
Vampire tauchen in den 70er Jahren noch vor allem als verschwörerische Gestalten auf. „Heute versprechen sie hingegen ein intensiveres und ein intensiveres sexuelles Leben“, sagt Robnik: „Der Vampir als erotische Figur, so wie das zum Beispiel in den ,Twilight‘-Filmen gezeigt wird, ist relativ neu.“
Info: Kurzvorträge zur Geschichte, Politik und Philosophie der Kino-Zombies von Untot-Autoren Drehli Robnik, Serjoscha Wiemer und Anke Zechner, mit Zombiefilm-Clips und -Trailern am Freitag im MKH Wels
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