OÖN: Sind Sie ein harter Hund?
Walek: Hart ist übertrieben, so würde ich mich selbst nicht bezeichnen. Eher als zäh.
OÖN: Zäher als Hermann Maier?
Walek: Ich glaube nicht, der hat natürlich schon ganz andere Sachen erlebt. So zäh wie der Hermann Maier sind in Österreich wenige.
OÖN: Haben Sie als Ö3-Mikromann Hermann Maier bereits aufs Glatteis geführt?
Walek: Im „Frühstück bei mir“ habe ich ihn am Sonntag drangekriegt. Mit der Frage, wie viele Finger zehn Hände haben.
OÖN: Wie bereiten Sie sich auf die Expedition vor?
Walek: Bis zum tatsächlichen Start zum Südpol bleiben jetzt noch 13 Wochen. In dieser Zeit werde ich vor allem Ausdauer und Kraft im Oberkörperbereich trainieren. Und mir noch mehr Lektüre besorgen, damit ich weiß, was auf mich zukommt.
OÖN: Man sah sie Traktorreifen ziehen?
Walek: Es gibt die Idee, dass das Ziehen eines Schlittens mit 60 Kilo auf Eis simuliert werden kann, in dem man einen Autoreifen, der circa 40 Kilo wiegt, auf festem Untergrund zieht. Das mache ich jetzt, ich ziehe meinen Reifen eine Stunde durch den Wienerwald, um ein Gefühl dafür zu kriegen.
OÖN: Wie reagieren die Spaziergänger?
Walek: Kinder finden das manchmal lustig und wollen sich sogar draufsetzen, Erwachsene reagieren aber meistens mit Kopfschütteln.
OÖN: Was ist drin in so einem 60-Kilo-Schlitten?
Walek: Nahrungsmittel, die wir für die ganze Zeit bei uns haben, Schlafsack, Zelt, Bekleidung, Benzinkocher, damit wir uns Wasser schmelzen können und nicht dehydrieren, und Hygieneartikel. Auch wenn es schwierig wird, ich denke, dass die körperliche Hygiene immens wichtig ist, weil der Körper sonst nach ein paar Tagen nicht mehr so funktioniert.
OÖN: Welche war bis jetzt die größte psychische und physische Herausforderung in Ihrem Leben?
Walek: Die Iron-Man-Wettkämpfe, einfach weil so ein Wettkampf 10 Stunden dauert, das ist viel mehr Herausforderung, als wenn etwas kurz unangenehm ist und dann aber relativ rasch vorbei. Es geht aber auch um die Vorbereitung. Wenn die passt, und im Wettkampf alles klappt, dann macht das Quälen Spaß. Erst wenn das nicht zusammenstimmt, trennt sich die Spreu vom Weizen.
OÖN: Minus 40 Grad erwarten Sie am Südpol...
Walek: Es wird noch einen Test in einer Kältekammer geben, in Wirklichkeit kann man sich auf die Kälte aber nur in sehr geringem Ausmaß vorbereiten. Wir können ihr nur unterschiedlich begegnen: Dadurch, dass es 24 Stunden hell sein wird, können wir uns dafür entscheiden, in der Nacht bei minus 40 Grad zu marschieren und unter Tags bei minus 25 Grad zu schlafen.
OÖN: Beschäftigen Sie sich mit Ihren deutschen Herausforderern?
Walek: Gesund hin, gesund heim - das ist, was zählt. Das deutsche Team wird für uns im Hintergrund sein, weil wir sie nicht sehen, keine Infos über sie bekommen und so auch nicht wissen, ob sie vor uns oder hinter uns liegen.
OÖN: Was passiert im Notfall?
Walek: Es gibt ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept im Hintergrund. Wenn also ein Notfall eintritt und jemand zum Beispiel einen Nierenstein hat, dann sind Fahrzeuge da, die einen zu einem Flugplatz oder einem Mini-OP bringen – es wird auf die Infrastruktur zurückgegriffen, die die Forscher, die dort oben sind, auch benötigen.
OÖN: Was passiert bei Erfrierungen?
Walek: Bei Erfrierungen gibt es nicht viele Möglichkeiten. Bei welchen ersten Grades heißt es, ab ins Zelt und aufwärmen, bei welchen zweiten Grades ab nach Hause – denn dann könnten die Finger oder die Zehen abfallen.
OÖN: Würden Sie sich selbst die Sendung anschauen?
Walek: Auf jeden Fall. So eine Expedition ist mir dreimal lieber, als irgendein langweiliges Casting, wo es darum geht, ob jemand singen kann. Ich denke, dass in der heutigen Zeit viele Menschen vergessen, sich in der Natur zu bewegen. So eine Sendung kann helfen, Menschen daran zu erinnern, dass der Horizont nicht in Passau vorbei sein muss und dazu bewegen, hinauszugehen und Neues zu wagen.
OÖN: Gerade im Spitzensport muss man sich selbst in den Vordergrund stellen – könnte das ein Problem im Team werden?
Walek: Da sehe ich kein Problem. Mit den vier Menschen verbringt man ja jeden Tag, sogar in einem Zelt schlafen wir alle vier. Wir müssen alles gemeinsam machen und sogar wenn Hermann Maier der körperlich stärkste ist – was er sicher ist – und ein Einzelkämpfer ist – was er übrigens gar nicht ist – kann er nicht sagen, ich habe heute einen guten Tag, ich gehe schneller.
OÖN: Wo schläft das Kamerateam?
Walek: Die haben Autos – nicht geheizt. Für die Logistik im Hintergrund wird das Ganze fast noch schwieriger als für uns. Wir müssen – einfach ausgedrückt – nur gehen, schlafen, Essen. Die müssen Benzin besorgen und alles andere organisieren.
OÖN: Was nehmen Sie zur Zerstreuung mit?
Walek: Einen i-Pod, da kann ich Musik, Hörbücher und Fotos von der Freundin raufspielen. Ein Plüschtier werde ich keines mitnehmen, vielleicht aber ein kleines Weihnachtsgeschenk für den Hermann Maier.
sind die Qualen bestens vom Training bekannt!
Vielleicht hat unser Skiidol Entzugserscheinungen und braucht sowohl
die Anstrengung als auch den KICK eines Erfolges !
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