Die neue Leitung der Wiener Staatsoper ist – einen Tag nach dem Tag der offenen Tür – am Sonntagabend offiziell in ihre erste Spielsaison gestartet.
Mit Richard Wagners „Tannhäuser“ stand jene Produktion auf dem Spielplan, die auch die letzte Premiere unter dem ehemaligen Operndirektor Ioan Holender war. Gefeiert wurde neben der Sängerriege vor allem der neue Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst. Holender-Nachfolger Dominique Meyer kam hingegen nicht auf die Bühne.
Mit dem „Tannhäuser“ setzte die neue Chefetage die von Ioan Holender eingeführte Tradition fort, mit einer Wagner-Oper die Arbeit im Haus am Ring zu beginnen. Als Schlussstück seiner Ära hatte sich der geschiedene Direktor den „Parsifal“ ausgesucht.
Mit dem „Tannhäuser“ hatte man allerdings nicht gerade eine der beliebtesten Produktionen ausgewählt, die Inszenierung von Claus Guth war bei der Premiere Mitte Juni durchgefallen. Sie lässt den Helden das Wiener Stundenhotel „Orient“, das „Schwind-Foyer“ der Staatsoper sowie das Otto-Wagner-Spital in Steinhof durchwandern.
Musikalisch war der neue „Tannhäuser“ von Beginn an unumstritten – auch wieder an diesem Abend. Franz Welser-Möst bewies auch diesmal feine Klinge, wofür er etliche „Bravos“ und sogar als einziger Künstler des Abends Blumen geschenkt bekam.
Johan Botha, bereits bei der Premiere in der Titelrolle zu hören, kam ebenso ausgezeichnet weg wie Bariton Matthias Goerne, der mit dem Wolfram von Eschenbach sein umjubeltes Hausdebüt gab.
Es folgt „La Bohème“
Wirklich Neues hat die neue Spitze der Staatsoper allerdings erst gestern abend geboten: Bei der Wiederaufnahme von Puccinis „La Bohème“ unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst . Die Dekorationen der Inszenierung von Franco Zeffirelli wurden zum Teil erneuert und neu beleuchtet.
In der Titelpartie ist Krassimira Stoyanova zu erleben. An ihrer Seite gibt der junge amerikanische Tenor Stephen Costello als Rodolfo sein Hausdebüt am Haus am Ring. Er springt für Rolando Villazon ein, der seinen Auftritt verschieben musste. (cts)
Info: Reprisen von „Tannhäuser“ nochmals am 8., 11. und 15. September. Die Vorstellungen von „La Bohème“ am 9. und 12. September werden live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen.
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