„Ich würde mich freuen, wenn wir in Linz miteinander eine offene Diskussion über Zukunftsperspektiven führen könnten“, sagt Landestheater-Intendant Rainer Mennicken. „Wir haben hier in Linz folgende Konstellation: Es wird ein neues Haus, das Musiktheater, gebaut, und es gibt Leute, die dafür verantwortlich sind: Dennis Russell Davies, Thomas Königstorfer und ich.“ Aber offensichtlich gebe es immer wieder Leute, „die, vermutlich aus allgemeiner Anteilnahme, glauben, ihren Senf dazugeben zu müssen.“
Zurufe von außen, Landestheater und Brucknerhaus zusammenzulegen, sieht er so ähnlich, „als ob ich aus Linz den Vorschlag machen würde, die Wiener Staatsoper und den Musikverein zusammenzulegen.“
Das Linzer Landestheater sei „eine mittlere, nach oben strebende Kultureinrichtung. Ob es tatsächlich leichter wäre, dem Landestheater ein großes Konzerthaus wie das Brucknerhaus anzugliedern, wage ich zu bezweifeln.“ Denn ob es „dabei nicht zu viel mehr an Reibungspunkten und Komplikationen kommen würde?“
Natürlich gebe es beim Bau eines neuen Hauses „rundherum Spekulationen, ob es nicht andere Strukturen und – ich kann das Wort nicht mehr hören! – Innovation brauche“, sagt Mennicken. „Ich rede da lieber von Programmentfaltung, und da sind wir bereits bei 2014 und 2015 angelangt. Aber wir werden damit erst an die Öffentlichkeit gehen, wenn alles wirklich fix ist.“
Zu dem von Welser-Möst angesprochenen Punkt, es dürfe bei Kultur kein parteipolitisches Interesse geben: „Wir werden von Stadt und Land unterstützt. Und ich finde es im Sinne von Demokratie manchmal sogar befruchtend, dass es unterschiedliche Standpunkte und Ziele gibt.“
Franz Welser-Möst sei „natürlich ein kompetenter Beobachter der Szene“. Und wenn hier in diesem Bundesland über Klassische Musik theoretisiert wird, falle „jedem natürlich sofort als erster dieser Name ein“.
„Relativ gescheit“ findet der künstlerische LIVA-Direktor Wolfgang Winkler den Einwurf von Franz Welser-Möst, Brucknerhaus und Theater auf einen gemeinsamen Arbeitsnenner zu bringen. Aber eben nur relativ. „In seinem Totalanspruch, dass da zwei Gesellschaften zusammengehen, halte ich es nicht für machbar. Denn wenn man zwei Riesenorganisationen zusammenlegt, kriegt man nicht unbedingt Synergien, da diese ja zwei Produkte verkaufen und anbieten müssen. Oper ist ein Ding und hat andere Gesetzmäßigkeiten als ein Konzerthaus.“
Und schließlich spielten die politischen Begehrlichkeiten eine Rolle. „Dass sich Stadt und Land bei diesen Dingen jetzt plötzlich brüderlich in die Arme fallen, glaube ich nicht. Was ich aber sowieso will, ist die punktuelle, projektartige Zusammenarbeit“, sagt Winkler. Als Beispiel nennt er die Idee des Mehrsparten-Festivals im Frühjahr anstelle des bisherigen Brucknerfestes.
Auch hier liege der Ball bei der Politik, „die ganz hochoffiziell sagen muss: Diesen Weg gehen wir! Ich glaube nicht, dass das im Moment so schnell geht, weil das Land mit der Eröffnung des neuen Musiktheaters Ende 2012 oder Anfang 2013 genug zu tun hat und 2012 der Theatervertrag erneuert werden muss.“ Eine definitive Änderung eines Festes wäre ohnehin nur bis 2014 in der Umsetzung denkbar.
Im April hatte Winkler noch gesagt: „Eine Eröffnung des Musiktheaters mit dem neuen Festival wäre ideal.“
Winkler heute: „Da zitiere ich Adenauer: Man darf wohl über Nacht gescheiter werden. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass alles zusammen auf einmal herausgebracht ein bisschen verschossen ist. Schritt für Schritt vorzugehen, halte ich jetzt für vernünftiger. Hudeln bringt gar nichts.“
sondern auch in anderen Regionen, sollten die Kulturverantwortlichen ENDLICH ihre Programme abstimmen, insbesondere hinsichtlich der Termine!
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