Brucknertage: Konzert Janus Ensemble, Stift St. Florian, 19. August
OÖN Bewertung:
Christoph Cech ist ein Grenzgänger zwischen den musikalischen Genres. Der Pianist und Komponist präsentierte im Bibliothekskeller des Stiftes St. Florian seine Auffassung einer Verbindung von Jazz und klassischer Musik. Er wolle keinen eingängigen Cocktailmix produzieren, sondern eher Bruckner und Schubert als huschende Geister als Hintergrund einer Cech-Komposition mitschwingen lassen.
Die „Unnummerierte“ nennt er seine gut einstündige, 12-teilige Suite – ein aufregendes, abwechslungsreiches Stück Musik. Viel Festgelegtes, mit strenger Hand Komponiertes, wenig Jazziges im ursprünglichen Sinn. Manches klingt spröd, aber nie sperrig, das Stück hat Anspruch und ist dennoch unmittelbar zugänglich. Es gelingt Cech, die Gefahr der Verkopfung durch das Einbringen hübscher Melodien und fast sentimentaler Tanzmusikfragmente zu umschiffen.
Mit dem Janus Ensemble, das für den Abend durch das Spring String Quartet verstärkt wurde, steht ein hervorragender Klangkörper zur Verfügung, der dem Dirigat präzis folgt und mit dem Trompeter Mario Rom und dem Bassisten Herwig Neugebauer über erstklassige Solisten verfügt.
Das improvisatorische Element bringt primär der Posaunist Bertl Mütter ein. Er wandert im Saal herum, intoniert mehrstimmig, wie man es seit dem großen Albert Mangelsdorff nicht mehr gehört hat.
Großer Applaus.
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