Auf den „Grünen Hügel“ von Bayreuth pilgern Besucher aus aller Welt zum „Parsifal“, dem Spiel von der Erlösung des Menschen. Für viele Anhänger der Musik Richard Wagners ist das kein bloßer Opernbesuch. Es ist ein heiliger Akt. Zu erleben gab es das nicht restlos geglückte Bayreuth-Debüt von Susan Maclean. Die Mezzosopranistin überzeugte in der schwierigen Partie der Kundry nur darstellerisch. Zwar klingt ihr Mezzo in der Mittellage geschmeidig, doch bricht er in der Höhe aus und wird schrill. Gefeiert wurde Routinier Kwangchul Youn für seine überragende Darstellung des Gurnemanz. Christopher Ventris war ein kraftvoller Parsifal, wenngleich seinem Tenor die große Strahlkraft fehlte. Genial erdacht und bühnentechnisch umgesetzt ist der Versuch von Regisseur Stefan Herheim, dem Publikum den Spiegel vorzuhalten. Tatsächlich holt er mit einem riesigen Spiegel den Zuschauerraum im 3. Akt auf die Bühne, sogar ein kurzer Blick in den Orchestergraben wird freigegeben. Viel Beifall, aber keine Begeisterung.
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