Orgelkonzert: Franz Danksagmüller, Linzer Alter Dom, 29. 7.
OÖN Bewertung:
Mit Orgelmusik wird nur allzu leicht die Ansicht verbunden, aus jener würde nur Vergangenes sprechen. Dass dieses Vorurteil falsch ist, bewies der aus Oberösterreich stammende Organist Franz Danksagmüller (*1969), den die Berufslaufbahn über Wien, Graz und St. Pölten nun nach Lübeck (Professor für Orgel und Improvisation) führte.
Er verfügt über großes technisches Können und vorbildlichen Klangsinn, der zu vorteilhafter Registerwahl führt. Davon profitierten in erster Linie seine beiden für einen Wettbewerb verfassten Werke: Der „Cantio imitatione Tremula Organi“ (2009) erlaubt es, sich mit seinem tonal bestimmten Innenleben und der starken Klanglichkeit gewinnbringend auseinanderzusetzen. Die „Estampie“ (2007) verfügt über viel Saft und Dynamik.
Auch seine Improvisationen über Themen aus Bruckners dritter Symphonie hat er recht vorteilhaft gestaltet. Die Reverenz vor der Vergangenheit leisteten zwei deutlich konturierte Stücke von G. Muffat; einige Kostproben aus Brahms‘ abgeklärten „Choralvorspielen“ zeichneten sich durch einfühlsame Registerwahl aus.
Die elegante, schier endlos dahinfließende Sonate op. 175 vom Münchner Franz Lachner (1803–1890) machte es bei allen Bemühungen des Interpreten verständlich, dass sie so selten gespielt wird. (fz)
Konzerte: 12. und 26. 8., 20 Uhr
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