Musikfestival Steyr: „Edith Piaf“, szenische Collage, Regie: Ivaylo Guberov, Steyr, Altes Theater, 29. Juli
OÖN Bewertung:
Das Leben von Edith Piaf ist eine Geschichte im Stile Émile Zolas, ein Panoptikum von Lebenslust und Resignation. Das Musikfestival Steyr hat sich nichts Geringeres vorgenommen, als all das in einer Szenenfolge abzubilden, gewürzt mit Chansons der 1963 im 48. Lebensjahr verstorbenen Sängerin. So etwas erledigt man nicht im Vorbeigehen, obwohl die schauspielerische Sorgfalt so wirkt.
Michaela Christl rettet in der Titelrolle mit ihrem bemerkenswerten Gesang, was zu retten ist. Allerdings: Ob von Regisseur Ivaylo Guberov so verordnet, oder frei gewählt – ihr stets gleiches Verbeugungsritual, die Mimik und Gestik der Rührung im Anschluss an die musikalischen Zwischenspiele (Akkordeon: Christian Höller) sind nach dem zweiten Mal abgegriffen, nach dem achten Mal eine Farce.
Oliver Roitinger scheitert an all seinen Aufgaben – er ist Polizist und alle Liebhaber Piafs. Conny Boes ist die Unsicherheit in Toine, Marlene und der Krankenschwester anzumerken. Josef Krenmair verkaspert Piafs Arzt, lediglich Guberov selbst ist als Pierre, Leplee, Agent und George im Stande, unterschiedliche Charakterzüge zu zeichnen.
Weitere Termine: 5., 8., 13. August (jeweils 20 Uhr), Karten: 07252/53229-0, www.musikfestivalsteyr.at
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