Erfolglose Schauspielerin, auf einmal Bestsellerautorin und Filmstar. Eine leicht skurrile Geschichte, die Karriere der Martina Haag (* 1964). Diese Woche läuft die Komödie „Salto für Anfänger“ in unseren Kinos an. Die Vorlage stammt von Martina Haag, sie verkörpert die Hauptrolle der Bella.
OÖN: „Salto für Anfänger“ entstand ja bereits 2007?
Haag: Ja, der Film war in Schweden bereits mit großem Erfolg gelaufen, die DVD war längst auf dem Markt. Auf einmal heuer ein Anruf des Produzenten, ob ich schnell zum Festival nach Cannes kommen könnte, weil „jemand“ diesen Film kaufen wolle. Dieser „Jemand“ waren dann elf Länder – mit Irland sind es nun zwölf.
OÖN: Sie waren, wie Bella, eine relativ erfolglose Schauspielerin?
Haag: Ab meinem 20. Lebensjahr schlug ich mich mehr schlecht als recht herum. Als ich 40 wurde, fragte mich meine Schwägerin, in Schweden Chefredakteurin von „Cosmopolitan“, ob ich ihr eine Kolumne schreiben würde. Ich meinte: „Die einzige Person, über die ich viel weiß, bin ich selbst.“ So begann ich über mich zu schreiben. Das wurde schnell ein großer Erfolg. Kurz darauf überredete mich ein Verleger, meine Kolumnen für ein Buch zu bearbeiten.
OÖN: Wie weit sind Bella und Martina eine Person?
Haag: Bella ist eine Zwillingsschwester. Etwas verrückter als ich.
OÖN: Bella bezeichnete man in Ihrem Heimatland als „schwedische Bridget Jones“...
Haag: Ist okay. Eine mehr künstlerische und mehr europäische Bridget Jones. Was mich besonders freut, ist, dass ich diese Erfolge mit komödi-antischen Geschichten errungen habe. In Schweden ist eh so vieles kalt und traurig. Die Menschen brauchen etwas zum Lachen. Sonst erfrieren sie.
OÖN: Wie kam es, dass Wien Teilschauplatz von „Salto für Anfänger“ wurde?
Haag: Ursprünglich spielt die Sequenz in Venedig. Der Produzent meinte, Venedig komme so oft in Filmen vor. So kamen wir nach Wien. Seither bin ich verliebt in diese Stadt.
OÖN: Wer inspiriert Sie derzeit bei Ihren Büchern?
Haag: Meine Familie. Ich habe vier Kinder, drei davon sehen Sie im Film in kurzen Szenen. Das vierte kam erst nach Abschluss der Dreharbeiten von „Salto für Anfänger“. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele Inspirationen von den Kindern kommen. Und wenn mir einmal gar nichts einfällt, gehe ich ins Untergeschoß unseres Hauses und beginne mit meinem Mann einen Streit. Das Ergebnis ist meist eine neue witzige Idee. (L.H.)
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