Die in Freistadt und Wien ansässigen pointner|pointner Architekten haben den im Vorfeld der Planungsvergabe ausgelobten Architektenwettbewerb mit einem Projekt für sich entschieden, das die funktionellen Anforderungen der Aufgabe mit einer ihr angemessenen Zeichenhaftigkeit verbindet, ohne das fragile Gleichgewicht zwischen dem Gebäude und seinem Umfeld aus den Augen zu verlieren.
Es macht sich die Topographie des Bauplatzes zunutze, um das größte Volumen der Anlage, die Fahrzeughalle, weitgehend in das Erdreich zu versenken. So wird das unmittelbar an der Kreuzung der Ortseinfahrt mit der Mauthausener Bundesstraße gelegene Feuerwehrhaus zunächst nur als eingeschoßiger Baukörper wirksam, dessen aus dieser Perspektive frei gestellter Turm mit dem entsprechenden Schriftzug Zweifel an der Nutzung gar nicht erst aufkommen lässt.
Man betritt das Haus auf der oberen, an Straße und Parkplatz anschließenden Ebene und kann sich hier gleich seinem zweiten wichtigen, nämlich gesellschaftlichen Zweck zuwenden. Das Eingangsgeschoß enthält die Schulungsräume, deren größerer auch für „fremde“ Nutzungen wie etwa Gemeinderatssitzungen gut geeignet ist.
Er blickt, deutlich über das darunter liegende Sockelgeschoß kragend, mit seiner die gesamte nördliche Stirnseite einnehmenden Verglasung über den Vorplatz der Fahrzeughalle hin zum Ortszentrum. Der Vorplatz ist mit einer eigenen Auffahrt an die Straße angebunden, was im Ernstfall eine willkommene Trennung der eintreffenden Pkw von den ausfahrenden Einsatzfahrzeugen mit sich bringt.
Die Feuerwehrleute gelangen über eine einläufige Treppe vom Haupteingang in die Umkleiden im Untergeschoß, in die etwas erhöht gelegene Kommandozentrale mit Blick auf Vorplatz und Halle und schließlich zu den Fahrzeugen.
Der Schlauchturm erhebt sich am westlichen Ende der Fahrzeughalle. Eine Scheibe aus Sichtbeton mit rechteckigen Öffnungen und Wände aus durchscheinenden, nachts hinterleuchteten Polycarbonatplatten umhüllen eine Stahlgitterstiege.
Bergen-Üben und Öffentlichkeitswirksamkeit gehen Hand in Hand. Generell haben die pointner|pointner Architekten bei der Gestaltung der Körper und Wahl der Materialien stets den Ausgleich zwischen dem Praktikablen und dem Anschaulichen gefunden.
Der abstrahierte Körper der Schulungsräume sollte Zeitgenossen und Flachdachgegnern gleichermaßen unverdächtig sein; dem robusten Sichtbeton der Außenwände werden in den Aufenthaltsräumen sorgfältig eingepasste, akustisch wirksame Holzverkleidungen entgegengesetzt; und selbst das in Feuerwehrhäusern unvermeidliche Rot hat, im Stiegenhaus wahrhaft umfassend eingesetzt, seinen Schrecken verloren.
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